iPhone-Hersteller: 250 indische Arbeiter müssen ins Krankenhaus
Neuer Skandal beim iPhone-Produzenten: Mehr als die Hälfte der Belegschaft des weltweit größten Elektroherstellers Foxconn mussten in Südindien ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der umstrittene Konzern hatte nach eigenen Angaben "routinemäßig" Pestizide versprüht.
Taipeh - Der iPhone-Hersteller Foxconn International steht erneut in der Kritik, die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu gefährden. In einer indischen Fabrik für Handyteile sind mehr als die Hälfte aller Angestellten erkrankt, der Betrieb wurde vorübergehend eingestellt. Rund 250 Arbeiter des Werks im südindischen Chennai hätten bei der Arbeit über Schwindel und Übelkeit geklagt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte das Unternehmen. 28 müssen dort weiter zur Beobachtung bleiben.
Ursache sei vermutlich der auf dem Werksgelände routinemäßige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, teilte das taiwanische Unternehmen am Dienstag mit. Das Werk soll nun etwa eine Woche geschlossen bleiben, um die Ursache der Gesundheitsprobleme zu erkunden. Die Fabrik werde von den örtlichen Behörden untersucht.
Foxconn war zuletzt wegen seiner Werke in China in die Kritik geraten. Dort hatten sich seit Beginn des Jahres elf Mitarbeiter das Leben genommen, drei unternahmen Selbstmordversuche. Bei einem weiteren Todesfall wird geprüft, ob es sich um einen Suizid handelte. Arbeitsrechtler machten dafür schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich. Foxconn-Chef Terry Gou erklärte hingegen, keiner der Selbstmorde sei auf die Arbeit zurückzuführen gewesen.
Viele große Konzerne wie Apple
, Nokia
, Dell
oder Hewlett-Packard
lassen bei Foxconn in Südchina kostengünstig ihre neuesten Trend-Produkte, unter anderem iPhones und iPads, fertigen. Der IT-Konzern sah sich durch die Selbstmordserie zuletzt zu drastischen Lohnerhöhungen um fast 70 Prozent gezwungen.
lgr/AFP/AP/Reuters
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- Dienstag, 27.07.2010 – 15:59 Uhr
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