Geberkonferenz in Kuwait Irak braucht 88 Milliarden Dollar für Wiederaufbau

Nach jahrelangen Kämpfen müssen große Teile des Irak wiederaufgebaut werden. Benötigt würden rund 88 Milliarden Dollar, sagte der irakische Planungsminister zu Beginn einer Geberkonferenz.

Zerstörte Autos in Mossul im März 2017
DPA

Zerstörte Autos in Mossul im März 2017


Der Irak braucht rund 88,2 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Diese Zahl nannte Planungsminister Salman al-Dschumaili am Montag zum Auftakt einer Geberkonferenz in Kuwait-Stadt. Die Einschätzung beruhe auf einer Studie irakischer und internationaler Experten.

Ein ranghoher Mitarbeiter des Planungsministeriums erklärte, der Irak sei auf eine Soforthilfe von 22 Milliarden Dollar angewiesen. Der Rest der Summe müsse mittelfristig fließen. Der größte Bedarf besteht beim Wohnungsbau: Durch den Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind nach Regierungsangaben rund 70.000 Häuser völlig zerstört worden. Insgesamt seien fast 140.000 Wohngebäude beschädigt worden, weshalb viele Flüchtlinge im Land auf ihre Rückkehr warteten, erklärte der Präsident des irakischen Wiederaufbaufonds, Mustafa al-Hiti am Montag.

Die irakische Regierung hatte im Dezember den Sieg über die Dschihadistenmiliz des IS verkündet. Diese hatte seit 2014 zeitweise ein Drittel des irakischen Staatsgebiets unter ihrer Kontrolle, darunter Städte wie Mossul, Tikrit, Ramadi und Falludscha. Durch die jahrelangen Kämpfe gegen die IS-Miliz wurden die Industrie und die Infrastruktur des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen.

Am ersten Tag der Konferenz in Kuwait geht es um die Tätigkeit internationaler Organisationen. Der zweite Tag ist der Rolle des Privatsektors beim Wiederaufbau des Iraks gewidmet. Mehr als 2000 Unternehmen und Geschäftsleute werden erwartet. Am dritten Tag wird dann mit den Finanzzusagen der Geberländer gerechnet.

Die Weltbank-Tochter IFC hatte internationale Unternehmen bereits am Sonntag aufgefordert, im Irak zu investieren und auf vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten hingewiesen. Die Regierung in Bagdad hat 157 Projekte aufgeschlüsselt, für die sie Investoren sucht. Mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, der Landwirtschaft und anderer Branchen soll die Abhängigkeit von den Ölexporten geringer werden.

dab/AFP/Reuters



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