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Iran: Staatliches Gasunternehmen muss Insolvenz anmelden

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South-Pars-Gasfeld: Iran hat eines der größten Gasvorkommen der Welt Zur Großansicht
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South-Pars-Gasfeld: Iran hat eines der größten Gasvorkommen der Welt

Iran hat eines der größten Erdgasvorkommen der Welt. Dennoch ist das staatliche Gas-Unternehmen nun pleite. Der iranische Vize-Ölminister gibt der Vorgängerregierung von Mahmud Ahmadinedschad die Schuld.

Teheran - Irans staatliches Erdöl-Unternehmen National Iranian Gas Co. (NIGC) hat Insolvenz eingereicht - mit Schulden von mehr als hundert Billionen Rials, umgerechnet rund vier Milliarden Euro. Dies sagte Hamidreza Araghi, stellvertretender Ölminister Irans und Chef von NIGC, der iranischen Nachrichtenagentur Mehr am Samstag. Internationale Medien griffen die Nachricht am Montag auf. Araghi war erst Mitte September von der neuen Regierung zum Chef des Unternehmens ernannt worden.

Iran ist eines der Länder mit den größten bekannten Erdgas-Vorkommen. Doch der iranische Energiesektor ist für Korruption und Misswirtschaft seit langem berüchtigt. Zudem machen ihm die internationalen Sanktionen zu schaffen.

Ölminister Bidschan Zangane machte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Mehr die Vorgängerregierung für die Pleite des Unternehmens verantwortlich. Ihre "fehlerhaften Entscheidungen in der Umsetzung der staatlichen Subventionen" seien Schuld daran.

Irans Energiesektor ist für Ineffizenz berüchtigt

Die weitreichenden Subventionen, unter anderem auch auf Erdgas, sind seit Jahrzehnten ein Dauerproblem in Iran. Ein iranischer Präsident nach dem nächsten hat versucht sie zurückzuschrauben - ohne größeren Erfolg. Die gesamte Gesellschaft, gerade auch die Oberschichten, profitieren von den Subventionen. Für weniger betuchte Iraner sind sie angesichts der dramatischen Inflation der letzten Jahre überlebenswichtig geworden. Dementsprechend groß sind die Widerstände, die Subventionspolitik zu reformieren.

Mahmud Ahmadinedschad wollte per Schocktherapie Subventionen auf Essen, Wasser, Strom, Benzin und Erdgas reduzieren. Unter Druck des Parlamentes beerdigte er seine Pläne nach einigen erratischen Kehrtwenden jedoch wieder. Die Regierung des neuen Präsidenten Hassan Rohani will die Subventionen auf Essen und Energie nun langsam reduzieren. Seit ihrem Amtsantritt hat sie wiederholt erklärt, dass die Finanzlage der Regierung desaströser sei als angenommen.

Zudem machen Teheran die Sanktionen zu schaffen

Besonders zu schaffen machen Teheran und seinem Energiesektor die harten Sanktionen im Streit um Irans Atomprogramm. Die USA haben seit 1996 Beschränkungen auf Investitionen in Irans Energiewirtschaft erlassen, was Irans Erdgas-Ambitionen massiv beschränkte. Pläne, zusammen mit westlichen Partnern die Infrastruktur für den Export von Flüssigerdgas (LNG) aufzubauen, scheiterten am internationalen Druck. Ohne die ausländischen Investoren konnte Teheran das Vorhaben bisher nicht umsetzen, weil das Know-how dazu fehlt.

Das Vermögen von NIGC haben die USA und die EU 2012 im Streit um Irans Atomprogramm eingefroren. Der Energiesektor gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen der iranischen Regierung. Zudem machen es strenge US-Sanktionen auf den iranischen Finanzsektor Iran und seinen Unternehmern schwer, an Kredite zu kommen oder internationale Transaktionen durchzuführen.

Hassan Rohani, der im August als Präsident angetreten ist, hat im Wahlkampf einen Kurs der "Mäßigung" versprochen und vor allem eine schnelle Verbesserung der Wirtschaftssituation. Daher drängt Rohani auf eine baldige Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm und auf eine schnelle Lockerung der Sanktionen. Am Mittwoch soll in Genf die nächste Verhandlungsrunde stattfinden.

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1.
alfredoneuman 18.11.2013
Zitat von sysopDPAIran hat eines der größten Erdgasvorkommen der Welt. Dennoch ist das staatliche Gas-Unternehmen nun pleite. Der iranische Vize-Ölminister gibt der Vorgängerregierung von Mahmud Ahmadinedschad die Schuld. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/iran-gas-unternehmen-reicht-bankrott-ein-a-934261.html
Würde der Iran nur ein Bruchteil des Geldes und der Anstrengungen die es für sein Atomprogramm aufbringt, dafür einsetzen seine Gasindustrie in Schuss zu halten, gäbe es diese Probleme nicht. Die Sanktionen können wohl kaum ein Hinderungsgrund sein, denn wenn es um das iranische Atomprogramm geht, werden die ja auch erfolgreich unterlaufen. Wie einfach müsste es dann bei harmlosen Industriegütern für die Gasförderung sein.
2. Richtig übersetzen!
zehbeh 18.11.2013
Schulden von "über 100 Trillionen Rial" - kann nie im Leben stimmen!! Wahrscheinlich war die Pressemeldung auf englisch => 100 "trillions" entsprechen aber im Deutschen 100 Billionen. Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. K. Bonte/Redaktion
3. die Bevölkerung muss ausbaden, was
carolushessen 18.11.2013
eine uneinsichtige Regierung vermasselt hat, gelinde gesagt. Wenn die neue Regierung Irans sich eindeutig vom Kurs des Vorgangers lossagt, kann man das Ruder noch herumreissen und die iranische Energiewirtschaft wieder beleben.
4. Trillionen ???
le provocateur 18.11.2013
Iran: Gas-Unternehmen reicht Bankrott ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/iran-gas-unternehmen-reicht-bankrott-ein-a-934261.html) SPON schreibt: Irans staatliches Erdölunternehmen National Iranian Gas Co. (NIGC) hat Insolvenz eingereicht - mit Schulden von mehr als 100 Trillionen Rials, umgerechnet rund vier Milliarden Euro..... Na SPON, wieder mal bei der Uebersetzung die US-Englische Trillion (eine 1 mit 12 Nullen) mit der deutschen Trillion (eine 1 mit 18 Nullen) gleichgesetzt?? Eine 1 mit 12 Nullen ist im Deutschen eine Billion. Also sind die Schulden bei 4 Milliarden EUR rund 133 Billionen Rial (1 EUR = 33200 Rial). Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. K. Bonte/Redaktion
5. Oligarchien
kategorien 18.11.2013
Der Hinweis auf die iranische Oberschicht ist richtig, und nicht das, was mein Vorgänger schrieb. Ich bin vor einiger Zeit einem überreichen Iraner begegnet, der trotz Sanktionen mit Erdöl und Erdgas Milliarden gemacht hat. Man sollte sich nicht täuschen lassen von den pathetischen Reden dieser sehr ernsten theokratischen Demokratie. Der Iran ist so korrupt und oligarchisch wie Russland. Übrigens ist Berlin beliebt bei dieser Art Iranern und Russen.
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