13 Milliarden Euro Irland treibt Steuern von Apple ein - mit 19 Monaten Verzögerung

Irland sammelt rückwirkend Steuern von Apple ein und kommt damit einer EU-Entscheidung nach. Doch die Iren gehen weiter gegen das Urteil vor - das Geld landet vorläufig auf einem Treuhandkonto.

REUTERS


Irland fordert von Apple eine Steuernachzahlung von mehr als 13 Milliarden Euro. Das hat Finanzminister Paschal Donohoe bestätigt. Die Einwilligung kommt mit Verzögerung: Bereits vor rund 19 Monaten hatte die Europäische Kommission das Steuerabkommen zwischen Apple und Irland als rechtswidrige Staatsbeihilfe verurteilt.

Die EU-Kommission hatte Irlands Steuervergünstigungen gegenüber Apple bereits zuvor heftig kritisiert. Ziel sei es gewesen, den Konzern für die Ansiedlung im eigenen Land zu gewinnen und so neue Jobs zu schaffen.

In dem Urteil hieß es, Irland solle rückwirkend Steuern aus den Jahren 2003-2014 eintreiben - 13 Milliarden Euro, plus Zinsen könnten es sogar bis zu 15 Milliarden sein. Irland lehnte die Entscheidung mit der Begründung ab, dass das Urteil die Integrität des irischen Steuersystems untergrabe.

Die irische Regierung "stimmt dem Urteil nicht zu", so Donohoe. Doch Irland sei gewillt, die bindenden rechtlichen Vorschriften in diesem Fall einzuhalten. Dennoch wollen Irland und Apple gemeinsam in Berufung gehen. Der Technologiekonzern hatte bereits Klage dagegen eingereicht. In der Zwischenzeit soll die besagte Steuernachzahlung bis zum September auf ein Treuhandkonto eingehen, wie Donohoe mitteilte. Im Herbst sollen dann die Berufungsverhandlungen beginnen.

Die Europäische Kommission hatte bereits letzten Oktober angekündigt, Dublin wegen der Verzögerung vor den Europäischen Gerichtshof bringen zu wollen. Laut des ersten Urteils der Kommission hätte Irland das Geld bereits bis Januar 2017 eintreiben sollen. Sollte Irland das Geld nun zügig eintreiben, könne dieser Rechtsstreit womöglich noch vermieden werden, sagte eine Kommissionssprecherin.

Video: Steuer-Schlupflöcher -Tricksen wie die Großen

ans/AP/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
frenchie3 24.04.2018
1. Irland hatt Äppel ein Angebot gemacht
Warum soll Appel nun zahlen? Echt veräppelt, oder? Stellt inzwischen wenigstens sicher daß ab sofort JEDER korrekt löhnt - vom Großkonzern über den Reichen bis zum Rest
pommbaer84 24.04.2018
2. Irland?
Mussten die nicht gerettet werden? Warum sträuben die sich so gegen den Geldsegen? Die EU sollte weiter gehen und zukünftige Zuschüsse und Zahlungen an Irland bis zu einer Summe von 13 Milliarden Euro einfrieren..
k.klotz 24.04.2018
3. Europäische Wegelagerei
Sorry - beim Thema "Steuern" fällt mir nur noch "staatliche Gier" ein. Wird Zeit, dass die deutschen und europäischen Unternehmen ihre Gewinne ebenfalls in den Ländern versteuern, in denen diese auch erzielt werden. Apple hat wegen der Steuerbedingungen in Irland Arbeitsplätze geschaffen. Und Steuern sind, soweit ich weiß, noch immer eine nationale Angelegenheit.
mrsa 24.04.2018
4.
Zitat von pommbaer84Mussten die nicht gerettet werden? Warum sträuben die sich so gegen den Geldsegen? Die EU sollte weiter gehen und zukünftige Zuschüsse und Zahlungen an Irland bis zu einer Summe von 13 Milliarden Euro einfrieren..
Also,als Ire wäre ich echt stinkig. Wenn die Politiker der Regierung die Kohle nicht haben wollen, dann sollen sie das Geld direkt an die Bürger verteilen, die freuen sich. Mal sehen: 13 Milliarden Euronen, verteilt auf 4,8 Millionen Iren (Wikipedia), ergibt ... ca. 2700 € pro Nase. Die vierköpfige Standardfamilie hätte also 10800 €. Einfach mal so, bar auf die Tatze (oder das Konto). Hallo, irische Regierung, nur eine Frage: Warum ?
stiller_denker 24.04.2018
5. Solange die Großkonzerne keine Steuern zahlen
Solange die Großkonzerne keine Steuern zahlen und keine Steuergerechtigkeit kommt, werden wir keinen sozialen Frieden bekommen. Die Einkommensschere geht sonst immer weiter auseinander.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.