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Mögliche Zinsmanipulationen: Finanzaufsicht prüft Rolle deutscher Banken

Droht deutschen Banken ein neuer Zinsskandal? Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht die Bankenaufsicht BaFin dem Verdacht nach, dass die Geldhäuser an Manipulationen des sogenannten ISDAfix-Referenzwertes beteiligt waren.

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DPA

BaFin: "Wir gehen den Vorwürfen nach"

München - Die deutsche Bankenaufsicht Bafin prüft laut "Süddeutscher Zeitung", ob deutsche Geldhäuser an den Manipulationen rund um den Derivate-Referenzwert ISDAfix beteiligt sind. "Wir gehen den Vorwürfen nach", sagte ein Sprecher der Behörde.

Hinter dem Vorstoß der deutschen Bankenaufsicht stecken Berichte des Nachrichtendienstes Bloomberg, dass die US-Aufsicht CFTC Belege für Manipulation an dem wichtigen Referenzwert gefunden haben soll. Laut Bloomberg prüfen die US-Behörden die Rolle von insgesamt 15 Banken, darunter sei auch die Deutsche Bank. Das Geldhaus wollte den Sachverhalt auf Anfrage nicht kommentieren. Laut "SZ" wurde die Deutsche Bank jedoch noch nicht von den Behörden kontaktiert.

Weitere Banken könnten ins Visier der Bafin geraten: Nämlich jene, die zu den in Euro ausgewiesenen ISDAfix-Werten Daten liefern. Dazu gehören die Commerzbank und die HypoVereinsbank (HVB). Welche Banken genauer unter die Lupe genommen werden, wollte die Bafin nicht mitteilen, da sie generell zu einzelnen Instituten keine Stellung nimmt.

Der ISDAfix-Referenzwert ist für die Festlegung von Preisen bei komplexen Finanzprodukten, die nicht über die Börsen gehandelt werden, von zentraler Bedeutung, etwa bei Zinsderivaten. Das Volumen der betroffenen Geschäfte könnte Schätzungen zufolge 450 Billionen US-Dollar umfassen. Das ist ein wesentlich größeres Volumen als im ähnlich gelagerten Libor-Skandal, der bereits seit Monaten die Finanzbranche weltweit erschüttert.

cte

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