US-Technologiefirma Isis gibt sich einen neuen Namen

Was ist riskanter für ein Unternehmen - den Namen mit einer Terrorgruppe zu teilen oder sich umzubenennen? Die Softwarefirma Isis entscheidet sich für Variante zwei und heißt künftig Softcard.

Screenshot auf der Isis-Wallet-Seite: "We're changing our name"

Screenshot auf der Isis-Wallet-Seite: "We're changing our name"


Aus Karstadt-Quelle wurde Arcandor, aus Premiere Sky und ganz früher hieß Twix - wie nochmal - ja, Raider. Drei Beispiele, die zeigen: Mal funktioniert es mit dem neuen Namen, manchmal geht's derbe schief. Arcandor ging pleite, Twix schmeckt den meisten immer noch und der Erfolg von Sky, hm, der kann so oder so ausgelegt werden.

Bei Isis führt, anders als bei den vorher genannten Marken, aber kaum ein Weg an einer Umbenennung vorbei. Das US-Unternehmen hat ein großes Problem seitdem im Irak eine Terrororganisation zunächst mit demselben Namen Angst und Schrecken verbreitet (Inzwischen nennt sich Isis nur noch IS). Trotzdem will die Firma anders heißen, und zwar Softcard. Sie geht also lieber das Risiko ein, in der Unbekanntheit zu verschwinden als mit einer gewalttätigen Truppe verwechselt zu werden.

"Auch wenn es ein Zufall ist, haben wir kein Interesse daran, einen Namen mit dieser Gruppe zu teilen", teilte Unternehmenschef Michael Abbott am Mittwoch mit. Isis Wallet, so der vollständige Name, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mobilfunkkonzerne AT&T, Verizon und T-Mobile USA. Mit der App Isis Wallet soll bargeldloses bezahlen über das Smartphone möglich sein.

Aufsehen erregte kürzlich auch eine neue Wäschekollektion von Ann Summers in Großbritannien mit dem Namen Isis. Die Erotikkette erklärte jedoch, dass der Name an die ägyptische Fruchtbarkeitsgöttin erinnern solle und daher nicht geändert werde.

yes

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
psc 04.09.2014
1.
...dabei hatte sich ISIS schon in IS umbenannt. "Softcard" war eins der ersten Produkte der Microsoft Corporation. Das war eine Zusatzplatine für den Apple II, um dort das Betriebssystem CP/M laufen zu lassen. Damals hat Microsoft noch Hardware entwickelt. Mitte der '80er ging man dann zu Software über -- QDOS bzw MS-DOS.
Flying Rain 04.09.2014
2. Ich habe
Ich habe drei Motorräder welche das Logo NSU tragen ( Super Fox, Max, Super Max,..wemm es etwas sagt ;D ) aber das bleibt drauf....wäre ja schlimm wenn man wegen irgendwelchen Idioten das ändern müsst
münchen1975 04.09.2014
3.
Nicht der erste Fall dieser Art. Der britische Autohersteller Jaguar hatte vor 1945 auch einen anderen Namen: SS (stand für die beiden Autofirmen Swallow und Standard, die 1931 miteinander fusionierten).
berufskonsument 04.09.2014
4.
Wann wurde zuletzt über ISIS (die Softwarefirma) im Mainstream berichtet? So gesehen ist es durchaus klug, sich an die Bekanntheit der Terroristen zu hängen, indem man sich nachhaltig distanziert. Darüber berichten plötzlich alle. Schaden wird es der Firma sicher nicht.
Tom Joad 04.09.2014
5. Namensrechte
Zitat von psc...dabei hatte sich ISIS schon in IS umbenannt. "Softcard" war eins der ersten Produkte der Microsoft Corporation. Das war eine Zusatzplatine für den Apple II, um dort das Betriebssystem CP/M laufen zu lassen. Damals hat Microsoft noch Hardware entwickelt. Mitte der '80er ging man dann zu Software über -- QDOS bzw MS-DOS.
Die sind wahrscheinlich zu oft gefragt worden, wie sie sich als islamistische Terrorgruppe bloß nach der ägyptischen Göttin der Geburt (und Wiedergeburt) benennen konnten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.