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IT-Konzern: IBM plant Job-Kahlschlag in Deutschland

Der Technologiekonzern IBM leitet offenbar einen massiven Umbruch ein - und will bis zu 8000 Stellen allein in Deutschland streichen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Festangestellte künftig verstärkt durch externe Mitarbeiter ersetzt werden. 

IBM-Stand auf Cebit-Messe: 40 Prozent der deutschen Belegschaft auf dem Prüfstand Zur Großansicht
Getty Images

IBM-Stand auf Cebit-Messe: 40 Prozent der deutschen Belegschaft auf dem Prüfstand

Düsseldorf - IBM könnte mehr Stellen in Deutschland streichen als der Energieriese E.on: Laut einem Bericht des "Handelsblatts" steht dem amerikanischen Informationstechnikkonzern in der Bundesrepublik ein massiver Umbruch bevor. Demnach sollen Externe künftig Aufgaben übernehmen, die bislang von festangestellten IBM-Mitarbeitern erledigt wurden. Die Zeitung beruft sich auf oberste Führungsgremien des Unternehmens. Mittelfristig will IBM demnach als Folge des Strategiewechsels eine hohe vierstellige Zahl der derzeit rund 20.000 Stellen abbauen.

Bis zu 8000 Stellen könnten so auf längere Sicht bei IBM Deutschland verlorengehen, erwarten die Führungsgremien laut der Zeitung. Das Unternehmen wollte den Bericht auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren. "Angesichts der wettbewerbsintensiven Natur unseres Geschäfts diskutieren wir die Details unserer Beschäftigungsplanung nicht öffentlich", zitiert das "Handelsblatt" aus einem Schreiben des Konzerns. Trifft der Bericht zu, würde der IT-Riese insgesamt mehr Stellen streichen als Deutschlands größter Energiekonzern E.on, der 6000 Arbeitsplätze abbauen wird.

Mit der Gewerkschaft hat IBM noch nicht verhandelt

Den hiesigen Zweig des Unternehmens trifft der Umbruch bei IBM demnach deshalb besonders hart, weil Deutschland eines der Pilotländer für die Verlagerung von Aufgaben an Externe ist. Gleichzeitig würden bei der deutschen Niederlassung derzeit die Zuständigkeiten neu sortiert. Auch durch diese Umstrukturierungen würden laut einem Insider Stellen verlorengehen.

Der Job-Kahlschlag soll allerdings Schritt für Schritt erfolgen - dadurch würde das sonst übliche Mittel eines Sozialplans obsolet. "Es gibt keinerlei Anträge über Sozialplanverhandlungen oder entsprechende Sozialtarifverträge. Ohne diese Instrumente wäre ein Abbau in dieser Größenordnung über einen kurzen Zeitraum aber kaum möglich", zitiert die Zeitung Bert Stach, Verhandlungsleiter der Gewerkschaft Ver.di bei den Tarifgesprächen mit IBM.

fdi/dpa-AFX/Reuters/dapd

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1.
nudelsuppe 01.02.2012
Zitat von sysopDer Technologiekonzern IBM leitet offenbar einen massiven Umbruch ein - und*will bis zu 8000 Stellen allein*in Deutschland streichen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Festangestellte künftig verstärkt durch externe Mitarbeiter ersetzt werden.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812630,00.html
Immer das gleiche. Know-How auslagern. Die externen Mitarbeiter kommen und gehen und das Know-How geht flöten. Super Idee. IBM lebt nicht von dem Wissen seiner Mitarbeiter, oder?
2. Fachkräftemangel
qoderrat 01.02.2012
Alles kein Problem, da ja bekanntlich massiver Fachkräftemangel im IT-Bereich herrscht, bin ich sicher dass die Bitkom die freiwerdenden Kräfte schnellstmöglich an ihre händeringenden Mitglieder vermittelt.
3.
olaf313 01.02.2012
Zitat von nudelsuppeImmer das gleiche. Know-How auslagern. Die externen Mitarbeiter kommen und gehen und das Know-How geht flöten. Super Idee. IBM lebt nicht von dem Wissen seiner Mitarbeiter, oder?
wer auch immer auf diese schnapsidee gekommen ist, wird für die kurzfristigen sparziele bestimmt derzeit in den führungsetagen verehrt. aber das wird sich rächen, an externe zu verlagern ist immer verführerisch aber ist auf dauer teurer und stiftet mehr chaos. aber wenn die chefs das raffen ist es zu spät und die verantwortlichen sind mit fetten boni auf und davon
4. zwang
ralfbb 01.02.2012
da kann man sich nur wuenschen dass alle mitarbeiter irgendwo anders unterkommen und IBM pleite geht. zum vergleich - GJ 2011 Umsatz: ~107 Mrd. US-Dollar Gewinn: ~16 Mrd. US-Dollar Quelle: IBM - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/IBM)
5. ...
rplay 01.02.2012
naja, eine "sehr interessante" Idee, die IBM da gebracht hat, bzw. umzusetzen will ... aber, wenn ich ein Unternehmen bin, welches IBM einen Auftrag geben will und weis, daß es keine Leute von IBM sind, sondern von einer anderen Firma, warum soll ich den Auftrag an IBM vergeben und nicht direkt an die Firma/die Firmen, von welchen die Leute auch tatsächlich kommen? dürfte um einiges günstiger sein .... und zweitens, sollte der Auftrag tatsächlich an IBM vergeben werden, wer garantiert mir, daß es innerhalb eines Teams, der aus unterschiedlichen Unternehmen besteht nicht zu Problemen kommt, bzw. das Ganze dann tatsächlich effizient ist? arbeiten die dann zum Vorteil von IBM, des Auftraggebers oder doch der eigenen Firma? also irgendwie hab ich da meine Zweifel an den Vorteilen einer solchen Lösung ... gibt´s nur Schrereien .... Projekt wird geleitet von IBM, Analyse wird durchgeführt von Cap Gemini, Umsetzung T-Systems, Betrieb durch SAP und das ganze wird in Auftrag gegeben von Mercedes .... ;-) viel Spaß bei Schuldzuweisungen, warum etwas nicht so tut wie es tun sollte ....
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