Umstrittener Name Italien stoppt spanische "Mafia"-Restaurants

Die Restaurantkette "La Mafia" nutzt das Image der Verbrecherorganisation zum Verkauf von italienischem Essen in Spanien. Dagegen hat die Regierung in Rom jetzt einen EU-Beschluss erwirkt. Sie fürchtet um den Ruf der heimischen Küche.

Filiale von "La Mafia" in Madrid
AP

Filiale von "La Mafia" in Madrid


Zur Deko gehören Bilder von sizilianischen Mafia-Bossen wie Calogero Vizzini. Die Slogans lauten "Die Mafia schafft Arbeitsplätze" oder "Die Mafia setzt sich mit an den Tisch". Doch mit dieser Marketingmasche einer spanischen Restaurantkette soll nun Schluss sein.

Nach einem EU-Beschluss auf Druck Italiens darf die Kette, die Essen anbietet, keine Lokale mehr mit dem Namen "La Mafia" betreiben. Das berichtete die italienische Tageszeitung "La Repubblica" am Donnerstag.

Die Verbindung mit dem Begriff Mafia beeinträchtige das Bild der italienischen Küche, zitiert das Blatt die Begründung des EU-Büros für Markenschutz. Das Konzept der Kette werfe außerdem ein positives Licht auf eine Organisation, die gefährlich sei und nicht nur Italien bedrohe.

"Das ist eine wichtige Entscheidung", sagte die Vorsitzende des parlamentarischen Antimafia-Ausschusses, Rosy Bindi, der Zeitung. "Die italienische Küche - die exzellent ist - kann nicht mit der Marke der Mafia in Verbindung gebracht werden." Auf der Internetseite von "La Mafia" sind 41 Restaurants in ganz Spanien aufgelistet.

dab/dpa



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