Dax im Minus Handelsstreit und Italien belasten die Börsen

Sorgen über einen Handelsstreit mit China und die Regierungsbildung in Italien machen Anleger nervös. Die Kurse an den Börsen geben deutlich nach.

Handelssaal der Frankfurter Börse
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Handelssaal der Frankfurter Börse


An den Finanzmärkten ist an diesem Mittwoch die Stimmung schlecht: Der deutsche Leitindex Dax fiel um fast 1,5 Prozent auf zwischenzeitlich unter 13.000 Punkte, der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten.

Aktienanleger reagierten nervös, nachdem US-Präsident Donald Trump sich unzufrieden mit dem Stand der Handelsgespräche mit China gezeigt hatte. Die USA und China hatten zu Wochenbeginn nach monatelangen Zolldrohungen eine Grundsatzvereinbarung geschlossen. Auch wurde von Börsenhändlern das von Trump infrage gestellte Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un als Belastungsfaktor genannt.

Weiter im Fokus blieb auch die holprige Regierungsbildung in Italien. Die künftige italienische Koalitionsregierung aus Fünf-Sterne-Partei und fremdenfeindlicher Lega stellt aus Sicht einiger Ökonomen die Grundlagen der Eurozone in Frage. "Der Eurozone droht eine neue Krise. Die EZB sollte überprüfen, ob sie weiterhin italienische Staatsanleihen kaufen kann", sagte Ifo-Chef Clemens Fuest.

Die Verunsicherung über Italien sorgte auch für weitere Verluste beim Euro, was wiederum noch größere Abschläge bei Aktien verhinderte. Ein schwacher Eurokurs kann die Exporte hiesiger Unternehmen in Länder außerhalb des Euroraums verbilligen.

Auch der anhaltende Sinkflug der türkischen Lira sorgte für Sorgen bei den Investoren. Der Dollar markierte zu der Landeswährung mit 4,8450 Lira erneut ein Allzeithoch. Befürchtungen, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan könnte größeren Einfluss auf die Geldpolitik nehmen, verstärkt Investoren zufolge den Verkaufsdruck.

"Mit Italien, Korea und der Türkei haben wir drei Brennpunkte gleichzeitig. Bis jetzt haben die Anleger recht entspannt reagiert, doch die Nervosität nimmt zu", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Wenn das Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un wirklich scheitern sollte, stünde wieder alles auf Anfang.

hej/dpa/Reuters



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