IW-Prognose Deutsche Wirtschaft profitiert von Schwellenländern

Trotz Schuldenkrise und Börsenturbulenzen sind deutsche Unternehmen gut aufgestellt: Das verkündete das Institut der deutschen Wirtschaft und hält an seiner Wachstumsprognose fest. Den Optimismus begründen die Forscher mit dem anhaltenden Wachstum in Schwellenländern.

Bau einer Windkraftanlage: Exportindustrie profitiert vom Wachstum in Schwellenländern
DPA

Bau einer Windkraftanlage: Exportindustrie profitiert vom Wachstum in Schwellenländern


Berlin - Die Börsenturbulenzen trüben den Wirtschaftsoptimismus der Bürger, doch nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) muss sich Deutschland nicht allzu viele Sorgen machen: Das Forschungsinstitut sieht vorerst keinen Bedarf zur Revision seiner Wachstumsprognose: Im Mai hatte das IW ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent für 2011 vorhergesagt. Für 2012 lag die Prognose bei 2,25 Prozent. Daran werde sich nichts ändern, teilte das Institut mit. "Ja, wir bleiben dabei", sagte Direktor Michael Hüther.

Die jüngsten Börsenturbulenzen werden der Konjunktur nach Einschätzung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts nichts anhaben. Grund dafür sei, dass "der globale Investitionsboom nach wie vor intakt ist und auch bleiben wird", erklärte Hüther. Denn die Entwicklung der großen Schwellenländer sei ungebrochen gut. "Die Gewichte in der Weltwirtschaft haben sich verschoben, die USA haben an Bedeutung verloren", fügte der Ökonom hinzu.

Deutsche Exportindustrie ist international gut aufgestellt

Zahlreiche deutsche Forschungsinstitute hatten angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten angekündigt, ihre Prognosen zu überprüfen. Hüther geht davon aus, dass der "globale Investitionsboom intakt ist und auch bleiben wird". Als zentrale Treiber der Entwicklung fungierten in Zukunft die Schwellenländer um China und Indien.

Die sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China seien in den vergangenen Jahren stärker gewachsen als die Weltwirtschaft. Sollten die vier Länder von "schwerwiegenden Wirtschaftskrisen verschont bleiben, sind sie die Handelsriesen von morgen", sagte der IW-Direktor. So könnte die Gruppe laut Internationalem Währungsfonds ( IWF) bereits 2015 fast 30 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen und die Euro-Länder mit dann nur noch 13 Prozent weit hinter sich lassen.

Gerade die deutsche Exportindustrie profitiere dabei vom wachsenden Investitionsvolumen. Dieses werde in den Schwellen- und Entwicklungsländern schon 2012 insgesamt nahezu das Niveau der Industrienationen erreichen, sagte Hüther. Deutschland sei hier mit seiner Stärke bei hochwertigen Investitionsgütern gut aufgestellt.

dis/Reuters



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