IWF-Jahresbericht: Europas Krise bedroht Chinas Konjunktur

Die Auswirkungen der Krise in Europa reichen um die halbe Welt. Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds ist die europäische Schuldenkrise das größte externe Risiko für die Konjunktur in China. Das Wirtschaftswachstum könne gleich um mehrere Prozentpunkte fallen, warnt der IWF.

Bauboom in Peking: Die Euro-Krise bedroht auch das Wirtschaftswachstum in China Zur Großansicht
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Bauboom in Peking: Die Euro-Krise bedroht auch das Wirtschaftswachstum in China

Washington - Das robuste Wirtschaftswachstum in China ist seit Anfang des Jahres unter Druck: Immer wieder mussten Ökonomen ihre Wachstumserwartungen senken. Der Hauptgrund ist dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge die Euro-Krise. Die europäische Schuldenkrise stelle derzeit das größte externe Risiko für die Konjunktur in China dar, heißt es im neusten IWF-Jahresbericht zu China.

Falls Peking keine wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen ergreifen sollte, könnte das Wachstum um bis zu vier Prozentpunkte fallen, warnt der IWF. Bereits derzeit belaste die Euro-Krise die Stimmung von Investoren und Konsumenten in China. Allerdings räumt der Währungsfonds ein, dass Peking wegen seiner Geldreserven erheblichen Spielraum für entschlossenes Gegensteuern zur Verfügung habe.

Der IWF rechnet in diesem Jahr mit acht Prozent Wachstum in China, im nächsten Jahr mit 8,5 Prozent. Nach dem rasanten Wachstumsschub der vergangenen Jahre scheine China gegenwärtig eine "sanfte Landung" anzusteuern, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die Inflation dürfte dieses Jahr bei 3 bis 3,5 Prozent liegen, im nächsten Jahr sogar weiter auf bei 2,5 bis 3 Prozent abfallen.

IWF kritisiert Chinas Wechselkurspolitik

Zugleich mahnen die IWF-Experten aber auch weitere Reformen in China an. Dazu gehörten eine Ankurbelung des Konsums sowie der Aufbau eines sozialen Sicherungssystems. Kritisch bewertete die in Washington ansässige Organisation die Wechselkurspolitik Pekings. Zwar begrüßte der IWF die bisherigen Schritte zur Wechselkursanpassung. Die chinesische Währung sei aber weiterhin unterbewertet.

Im Land selbst sind die Erwartungen positiver: Die chinesische Regierung erwartete, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder an Fahrt gewinnen wird. "Wir sehen recht klare Anzeichen vom Industriesektor, dass sich die Wirtschaft stabilisiert", sagte ein Vertreter des Ministeriums für Industrie- und Informationstechnologien am Mittwoch.

Allerdings gebe es noch große Herausforderungen, da die Unternehmen mit einer Nachfrage-Abkühlung kämpften. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaft in China um 7,6 Prozent zu - das war das niedrigste Wachstum seit mehr als drei Jahren.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Ich dachte immer
brido 25.07.2012
wir hätten diesen Mist erfunden um gegen China zu bestehen?
2. Auswirkung
kdshp 25.07.2012
Zitat von sysopDie Auswirkungen der Krise in Europa reichen um die halbe Welt. Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds ist die europäische Schuldenkrise das größte externe Risiko für die Konjunktur in China. Das Wirtschaftswachstum könne gleich um mehrere Prozentpunkte fallen, warnt der IWF. IWF-Jahresbericht: Euro-Krise belastet Chinas Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846220,00.html)
Hallo, dachten die chinesen und oder andere wie USA das sie davon nix mitbekommen. Wenn die EU zerbricht dann wird das die ganze welt zu spüren bekommen und gerade china wird es schwer haben das zu kompensieren. Aber man schaut eben wie die anderen nur zu und hoft das es einen selber nicht trifft.
3. Qualität
tobilechat 25.07.2012
Mir reicht es langsam. Da kaufe ich mir Pumatreter und schaue sie mir vorher genau an und siehe da, die haben einen Mangel, der durch keine Qualitätskontrolle hätte kommen dürfen. Und "Qualität von Henkel" taugt auch nur bedingt. Die Tabs (Somat 9) waschen schlechter als die umweltgerechten Tabs vom DM. Horrende Preise für medoikre Qualität verlangen, ist das System Kapitalismus schon so abgewrackt, dass es das nötig hat. Ich hoffe es.
4. Wen wundert es....
bunterepublik 25.07.2012
Zitat von sysopDie Auswirkungen der Krise in Europa reichen um die halbe Welt. Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds ist die europäische Schuldenkrise das größte externe Risiko für die Konjunktur in China. Das Wirtschaftswachstum könne gleich um mehrere Prozentpunkte fallen, warnt der IWF. IWF-Jahresbericht: Euro-Krise belastet Chinas Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846220,00.html)
Bereits vor knapp zwei Jahren wurden die Chinesen gebeten, ggf. Staatsanleihen europäischer Länder aufzukaufen, um die Krise nicht eskalieren zu lassen; dort weigerte man sich. Jetzt ist die Krise am Eskalieren. Nun muss eben auch China die Zeche zahlen. Das kann dort die Machthaber nur deutlich teurer kommen, sollten soziale Unruhen ausbrechen, was ab einem Wachstum von weniger als 5 % erwartet wird.
5. Interessant
j.vantast 25.07.2012
An jedem Übel dieser Welt ist mittlerweile die Krise in Europa schuld. Dabei sieht es bei genauerem hinsehen anders aus. Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Die Krise in den USA ist nicht eine Auswirkung der Krise in Europa, sondern umgekehrt. Die Krise in Europa ist verursacht durch das Desaster in den USA 2008. Und in China merkt man jetzt, das ungezügeltes Wachstum eher schädlich ist. Ohne Rücksicht auf Verluste zu wachsen hat die gesamte Umwelt kaputt gemacht. Und auch die Chinesen haben es noch nicht begriffen: Für Wachstum darf das Geld nicht bei den oberen Zehntausend hängenbleiben, sondern es muss beim Konsumenten ankommen.
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