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Kreditplattform: Commerzbank investiert in Fintech-Start-up Iwoca

Iwoca-Seite: Kredite mit zwei Prozent Zins pro Monat Zur Großansicht
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Iwoca-Seite: Kredite mit zwei Prozent Zins pro Monat

Kurzfristige Kredite für Selbstständige oder Ebay-Händler sind für Banken wenig einträglich und oft zu umständlich - das Start-up Iwoca drängt in diese Lücke. Nun beteiligt sich die Commerzbank an dem FinTech-Unternehmen.

Die FinTech-Branche fordert die Banken heraus. Technologiefirmen bieten Alternativen zu den teilweise überteuerten Dienstleistungen der großen Geldhäuser und nagen so an deren Profiten. Paypal bietet einfachere Überweisungen an, bei "Number 26" kann man ein komplett mobiles Girokonto eröffnen und mit Transferwise günstiger Geld ins Ausland schicken.

Die Banken versuchen der Herausforderung Herr zu werden, indem sie sich bei den kleinen, aufstrebenden Firmen einkaufen. Die Commerzbank beteiligt sich nun an Iwoca, die Kurzfristkredite von bis zu 50.000 Euro an Selbstständige und Kleinunternehmer vergibt. Das 2012 in London gegründete Unternehmen ist in Großbritannien, Spanien, Polen und seit April auch in Deutschland tätig.

Über ihre Beteiligungstochter CommerzVentures (CV) steckt die zweitgrößte deutsche Bank eine Summe von fünf bis sieben Millionen Dollar in Iwoca, wie CV-Chef Patrick Meisberger SPIEGEL ONLINE sagte. Insgesamt erhielt Iwoca in der aktuellen Finanzierungsrunde 20 Millionen Dollar frisches Geld. Auch Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer ist über seinen Fonds "Global Founders Capital" an Iwoca beteiligt.

Eine Konkurrenz zum Mittelstandsgeschäft der Commerzbank sieht Meisberger in der neuen Beteiligung nicht. Iwoca richte sich an Selbstständige und Kleinunternehmen bis 10 Mitarbeiter, die kurzfristig einen Kredit brauchen, etwa um sich vor Beginn einer Verkaufssaison mit einem neuen Angebot auszustatten. Für Banken mit ihren langwierigeren, größtenteils manuellen Prozessen sei so ein Geschäft nicht rentabel.

Die Kredite, die Iwoca vergibt, laufen üblicherweise über sechs Monate, zu einem Zinssatz von zwei Prozent pro Monat. Iwoca wirbt damit, Kreditentscheidungen binnen eines Tages treffen zu können. Ein Händler unterzieht sich dazu einer von einem Algorithmus gesteuerten Bonitätsprüfung, die neben klassischen Scoring-Ergebnissen auch online verfügbare Informationen aus sozialen Medien einbezieht.

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insgesamt 9 Beiträge
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1. 2% Pro Monat.....
politik-nein-danke 30.07.2015
24% Jahreszins.....aber bei 10% Dispo wird die Inquisition gefordert!
2.
Marlo 30.07.2015
Das klingt ja ganz toll, aber auch diese Firmen werden ein ganz besonderes Problem nicht lösen: Risikokapital. Dieses ist in Deutschland kaum vorhanden. Viele Startups finanzieren sich ausschließlich via Kredit. Wenn mal was nicht so funktioniert, dann hat man erstmal Schulden und kaum Chancen ein neues Projekt zu starten. Wenn man vorher überhaupt einen Kredit erhalten hat. Das ist der Hauptgrund, dass aus Deutschland kaum echte Inovationen kommen. Viele haben Angst etwas zu riskieren,weil sie dann verbrannt sind. Da sind die USA natürlich meilenweit voraus und man sieht ja auch, wohin das führt. Die besten (jungen)Unternehmen kommen aus den USA. Dort gibt es genug Firmen,die sich einfach beteiligen und dann entweder vom Erfolg profitieren oder aber ihr Geld verlieren. Die Gründer haben aber keine Schulden und können sich neuen Projekten widmen. Sowas sollte auch in Deutschland Standard werden, statt dieser Schuldenfinanzierungskultur.
3. 2% x 12 =/= 24%
lachsbrötchen 30.07.2015
um den ersten kommentar richtig zu stellen: 2% zins pro monat ergeben über ein jahr nicht 24% zins, da der bereits verzinste betrag erneut verzinst wird. um den zukünftigen wert zu berechnen wird die e funktion benötigt.
4. Zwei Prozent Zinsen im Monat
helle_birne 30.07.2015
sind unter Berücksichtigung des Zinseszinseffekts fast 27 Prozent Zinsen im Jahr. Und das in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase. Wucher ist dafür noch eine höfliche Umschreibung, da verlangt ja die Mafia weniger!!! Kein Wunder, dass sich die Bankster von der Commerzbank daran beteiligen wollen. Ich hoffe, dass zumindest in Deutschland die Tätigkeit von diesen Halsabschneidern sofort staatlicherseits verboten wird ...
5. Gehört die Commerzbank nicht auch zu den systemrelevanten Banken?
karljosef 30.07.2015
Wenn diese renditeträchtige Aktion schief geht, kann sich der Steuerzahler wieder alternativlos freuen?
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