Brexit-Folgen Jaguar streicht rund tausend Jobs in England

Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU und höhere Dieselsteuern treffen eine Industrie-Ikone hart: Jaguar Land Rover verkauft deutlich weniger Autos - und baut nun Insidern zufolge viele Jobs in England ab.

Montage im Jaguar-Land-Rover-Werk in Solihull (Mittelengland)
Getty Images

Montage im Jaguar-Land-Rover-Werk in Solihull (Mittelengland)


Der größte britische Autohersteller plant offenbar einen deutlichen Arbeitsplatzabbau. Jaguar Land Rover wird laut Insidern rund tausend Stellen in zwei englischen Fabriken streichen und die Produktion von Fahrzeugen drosseln. Das melden die Nachrichtenagentur Reuters und ein Wirtschaftsjournalist des Fernsehsenders ITV übereinstimmend. Am Montag solle eine offizielle Mitteilung des Konzerns folgen.

Ursache der Maßnahmen sind deutlich gesunkene Verkaufszahlen. Das Minus bei Jaguar beträgt in diesem Jahr bislang 26 Prozent, das bei Land Rover 20 Prozent. Der Autobauer selbst bestätigte grundsätzlich, angesichts des "anhaltenden Gegenwinds in der Automobilindustrie" die Produktion und die Personalzahlen anzupassen.

Den Insidern zufolge sollen die Jobs in den beiden mittelenglischen Werken Solihull und Castle Bromwich wegfallen. Der Konzern bestätigte, auslaufende Arbeitsverträge von Mitarbeitern in Solihull nicht zu verlängern und die Belegschaft am kommenden Montag darüber informieren zu wollen. Die Zahl von insgesamt tausend wegfallenden Arbeitsplätzen wollte ein Konzernsprecher aber nicht kommentieren.

Bereits im Januar hatte Jaguar Land Rover angekündigt, die Produktion im Werk in Halewood vorübergehend drosseln zu wollen. Auch damals hatte der Konzern die gesunkene Nachfrage infolge des Brexit-Votums und der britischen Steuererhöhungen für Dieselautos als Grund angegeben.

Allgemein gehen die Autoverkäufe in Großbritannien zurück, im vergangenen Jahr sogar um zehn Prozent - ganz im Gegensatz zu den anderen europäischen Märkten, in denen mehr Autos verkauft wurden. Ein Grund dafür dürfte die gesunkene Kaufkraft vieler Briten sein, nachdem das Pfund infolge der Brexit-Entscheidung stark an Wert verloren und Importe damit verteuert hat.

fdi/Reuters



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