Erstes Wachstum seit Jahren Telekom schafft Trendwende in den USA

Der neue Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges startet mit einer langersehnten Trendwende in den Job. Der Bonner Konzern ist 2013 dank eines Comebacks im Amerika-Geschäft zum ersten Mal seit über einem halben Jahrzehnt wieder aus eigener Kraft gewachsen - wenn auch nur ein bisschen.

Telekom-Chef Höttges: Trendwende dank der US-Tochter
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Telekom-Chef Höttges: Trendwende dank der US-Tochter


Bonn - Mit einem starken Mobilfunkgeschäft im Inland und zahlreichen Neukunden in den USA schwenkt die Deutsche Telekom wieder auf Wachstumskurs ein. Bei der Bilanzvorlage in Bonn kündigte der neue Vorstandschef Tim Höttges weitere massive Investitionen an - vor allem in die Kundengewinnung in den USA und den Netzausbau. Im vergangenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz des Bonner Konzerns um 3,4 Prozent auf gut 60 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand mit 930 Millionen Euro wieder ein Gewinn. Ein Jahr zuvor hatte die Telekom wegen hoher Abschreibungen auf die US-Mobilfunksparte noch hohe Verluste verkraften müssen.

Die vorgelegten Bilanzzahlen seien eine Steilvorlage für 2014. "Wir haben einen guten Lauf gehabt", sagte Höttges. Auf dem Weg zum führenden Telekommunikationsanbieter in Europa befinde sich das Unternehmen in einer guten Ausganglage. Die eingeschlagene Offensive bei den Investitionen ins Festnetz und den Mobilfunk werde die Telekom fortsetzen. Im vergangenen Jahr beliefen sie sich auf fast 9 Milliarden Euro, ohne die Ausgaben von 2,2 Milliarden Euro für neue Mobilfunkspektren. Höttges, der frühere Finanzchef des Unternehmens, hatte zum Jahresanfang den Posten des Vorstandsvorsitzenden von René Obermann übernommen.

Die Telekom-Aktionäre, die sich seit einem Jahr wieder über allmählich steigende Kurse freuen dürfen, sollen eine unveränderte Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie erhalten. Ende 2012 hatte die Telekom wegen der geplanten massiven Erhöhung der Investitionen eine Kürzung der Ausschüttung um 20 Cent je Aktie für die Jahre 2013 und 2014 beschlossen.

Im Inland hat sich die Telekom von ihren Wettbewerbern weiter abgesetzt. Am Jahresende lag die Zahl der Mobilfunkkunden bei 38,6 Millionen, ein Plus von 5,6 Prozent. Als einziger Anbieter habe die Telekom in Deutschland Marktanteile bei den Serviceumsätzen hinzugewonnen. Auch mit dem Festnetzgeschäft zeigte sich Höttges zufrieden. Der negative Trend bei den Anschlüssen sei weiter abgeschwächt worden. Bei Glasfaseranschlüssen verzeichne das Unternehmen ein deutliches Wachstum.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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sansiro222 06.03.2014
1. Prima,
Telekom schafft Trendwende, das erklärt auch, warum die Aktie fast 4 % ins Minus knallt. Bei roten Zahlen steigt die Aktie, bei grünen knallt sie runter......
Akkin 06.03.2014
2. an comspirit
Deutschland ist nicht Amerika, in Amerika hat ganz andere Dimensionen, die Telekom soll ruhig bei ihrem Stammgeschäft bleiben und auch Geld verdienen.
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