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Jahresgehalt: AIG zahlt Vorstandschef bis zu 10,5 Millionen Dollar

Der Versicherungsriese AIG musste mit vielen Milliarden vom Staat gerettet werden - hohe Managergehälter zahlt er dennoch: Der Verwaltungsrat hat jetzt eine Jahresvergütung von sieben Millionen Dollar für Vorstandschef Benmosche genehmigt. Plus Bonus kann er sogar mehr als zehn Millionen Euro verdienen.

AIG-Logo: Mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet Zur Großansicht
AP

AIG-Logo: Mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet

New York - Der staatlich gestützte US-Versicherungskonzern AIG darf seinem Unternehmenschef Robert Benmosche ein Jahreseinkommen von sieben Millionen Dollar zahlen. Der Verwaltungsrat habe für Benmosche ein jährliches Gehalt von drei Millionen Dollar in bar sowie vier Millionen Dollar in Aktien genehmigt, teilte AIG am Dienstagabend in New York mit. Bereits im August hatte der Sonderbeauftragte des Finanzministeriums, Kenneth Feinberg, für Benmosche eine von der Geschäftsentwicklung abhängige Bonuszahlung von bis zu 3,5 Millionen Dollar bewilligt. Insgesamt könnte sich Benmosches Einkommen damit auf bis zu 10,5 Millionen Dollar summieren.

Der AIG-Chef muss die Aktien mindestens fünf Jahre halten. In der Vergangenheit wurde über einen Rücktritt von Benmosche spekuliert. Er sei wegen der von der US-Regierung angeordneten Gehaltsgrenzen für Manager bei staatlich gestützten Unternehmen unzufrieden. In einem Brief hatte der AIG-Manager die US-Regierung heftig kritisiert.

Der einst weltgrößte Versicherer AIG musste in der Finanzkrise mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Insgesamt hatte der Staat einen Rahmen von 180 Milliarden Dollar abgesteckt. Die Regierung kontrolliert 80 Prozent an AIG.

Erst Ende Oktober hatte das Unternehmen wegen hohen Bonizahlungen für Schlagzeilen gesorgt. Aus einem Dokument des Unternehmens an die Börsenaufsicht SEC ging seinerzeit hervor, dass AIG vier Millionen Dollar an vier Führungskräfte gezahlt hatte, unter ihnen Finanzvorstand David Herzog, der mit einer Million bedacht worden sei. Eine weitere Gruppe von Mitarbeitern habe zusammen 8,1 Million Dollar erhalten.

Zudem zahlte der US-Riese den Angaben zufolge eine Abfindung an den im laufenden Jahr ausgeschiedenen Leiter der Lebensversicherungsparte, Edmund Tse. Laut "Wall Street Journal" soll er 14,4 Millionen Dollar bekommen.

ssu/dpa

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Forum - Managergehälter - was ist angemessen?
insgesamt 1814 Beiträge
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1.
wischmopp 28.05.2009
Warum verdient jemand der Porsche an den Rande der Insolvenz treibt 77 Millionen? Wer mir das erklären kann - Kompliment.
2.
Rainer Eichberg 28.05.2009
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Das müssen die Aktionäre mit sich selbst ausmachen, ob ein Herr Wiedeking tatsächlich 77 Mio. wert ist. Wäre ich Porsche-Aktionär, wäre ich empört. Da ich jedoch weder Porsche-Aktionär noch Porsche-Kunde bin, ist es mir gänzlich egal. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, ob Herr Wiedeking auch nächstes Jahr noch dieses üppige Salär ernten kann. Ich denke: Nö! So toll steht Porsche finanziell nicht da.
3.
Hartmut Dresia, 28.05.2009
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Grundsätzlich liegt die Höhe der Managergehälter in der Zuständigkeit der Unternehmen, die sie bezahlen. Der Staat muss allerdings zwei Grundsätze beachten: Fließen öffentliche Mittel in die Unternehmen, dann sollten die Gehälter nicht wesentlich höher sein als die der öffentlich Bediensteten in vergleichbarer Position. Das Steuerrecht muss zudem so ausgestaltet sein, dass Übermaß ausgeglichen wird. Privilegierung und Diskriminierung (http://www.institut1.de/privilegierung-und-diskriminierung/) sind auch bei der Bezahlung von Mangern zu beachten. In gewisser Weise diskriminiert ein Managergehalt den Durchschnittsverdiener, wenn es z.B. das Zehnfache eines Durchschnittsgehalts übersteigt.
4. Angemessen?
disbeliever 28.05.2009
Nur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
5.
Rainer Eichberg 28.05.2009
Zitat von disbelieverNur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Na und?
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