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Japan: Neuwagenverkauf bricht so stark ein wie noch nie

Minus 51 Prozent! Die Japaner haben im April nur noch halb so viele Neuwagen gekauft wie im Jahr zuvor. Besonders der weltgrößte Autobauer Toyota leidet unter dem massiven Käuferstreik.

Autos von Toyota: Wichtige Industrie Zur Großansicht
REUTERS

Autos von Toyota: Wichtige Industrie

Tokio - Das verheerende Erdbeben in Japan und die folgende Atomkatastrophe haben zu einem massiven Rückgang der Zahl der Neuwagenverkäufe geführt. Die Nachfrage nach neuen Autos, Lkw und Bussen sei im April aufgrund von Produktionsstörungen und Nachfrageeinbußen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 108.824 Fahrzeuge gesunken, teilte die japanische Autohändlervereinigung am Montag mit. Der Rückgang ist der stärkste seit Beginn der Erhebung 1968. Die Verkaufszahlen gingen bereits den achten Monat in Folge zurück.

Am stärksten betroffen war den Angaben zufolge der Autobauer Toyota, dessen Verkäufe im April um 68,7 Prozent auf 35.557 Fahrzeuge sanken. Nissan verkaufte mit 17.413 Autos 37,2 Prozent weniger, Honda verzeichnete einen Rückgang um 48,5 Prozent auf 18.923 Wagen. Die drei großen japanischen Autobauer hatten ihre Produktion Mitte April wieder hochgefahren, jedoch zunächst nur mit halber Kraft.

Nach den Naturkatastrophen war die japanische Autoproduktion um mehr als die Hälfte zurückgegangen, weil mehrere Zulieferfirmen wichtiger Bauteile schwer von Erdbeben und Tsunami getroffen worden waren. Im Katastrophengebiet befinden sich zahlreiche Fabriken. Zugleich wurde die Kauflaune der Japaner durch Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe erheblich getrübt.

Da das gesamte Ausmaß der Produktionseinbußen noch nicht auszumachen ist, haben die japanischen Autokonzerne bislang auf Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr verzichtet. Toyota und Honda teilten mit, vor Jahresende zur vollen Kapazitätsauslastung zurückkehren zu wollen.

böl/dapd/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Guter Witz
meinefresse 02.05.2011
"Käuferstreik" - zumindest die Menschen im Nordosten haben im Moment ganz andere Sorgen als Neuwagen zu kaufen... dies als "Käuferstreik" finde ich schon etwas seltsam.
2.
Lennard Green 02.05.2011
Zitat von meinefresse"Käuferstreik" - zumindest die Menschen im Nordosten haben im Moment ganz andere Sorgen als Neuwagen zu kaufen... dies als "Käuferstreik" finde ich schon etwas seltsam.
Ich hatte den selben Gedanken... aber die Bezeichnung ist vermutlich dem Sensationsgedanken geschuldet. Man glaubt es zwar kaum, aber es gibt tatsächlich wichtigere Dinge als Autos.
3. tja..
fritz_64 02.05.2011
was nicht ganz klar wird...weniger verkauft weil die Produzenten einfach nicht liefern können, oder weil tatsächlich die Nachfrage so stark eingebrochen ist? Abgesehen davon werden die Menschen in der Katastrophenregion tatsächlich was anderes zu tun haben als sich einen neuen Wagen zu kaufen (kaum zu Glauben, oder?)...
4. ...
Crom 02.05.2011
Da durch die Naturkatastrophe auch viele Autos zerstört wurden bzw. unbrauchbar sind, wird es im kommenden Jahr sicher einen deutlichen Nachfragezunahme geben.
5. Sie
Günter Bodendörfer 02.05.2011
Zitat von CromDa durch die Naturkatastrophe auch viele Autos zerstört wurden bzw. unbrauchbar sind, wird es im kommenden Jahr sicher einen deutlichen Nachfragezunahme geben.
irren, wie immer. Japan sieht sich einer schleichenden Dauerkatastrophe gegenüber die das Land aus der ersten Riege der Industrienationen stoßen wird und zwar für sehr lange Zeit.
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