Japanischer Tech-Investor Softbank will bei Swiss Re einsteigen

Softbank plant erneut eine Großinvestition: Die Japaner wollen sich an der Swiss Re beteiligen. Die Nachricht verschaffte dem Schweizer Versicherer den stärksten Kurssprung seit Jahren.

Softbank-Chef Masayoshi Son
AFP

Softbank-Chef Masayoshi Son


Der japanische Tech-Investor Softbank könnte bald Großaktionär des Rückversicherers Swiss Re sein. Man befinde sich mit den Japanern in vorläufigen Gesprächen bezüglich einer möglichen Minderheitsbeteiligung, teilte das schweizerische Unternehmen mit.

Die geplante Beteiligung könnte einen Wert von 10 Milliarden US-Dollar oder mehr haben. Softbank würde Aktien mit einem Aufschlag erwerben.

Swiss Re gibt sich zurückhaltend

Der Schweizer Rückversicherer äußerte sich indes zurückhaltend über die mögliche Investition. "Die Verhandlungen befinden sich in einem sehr frühen Stadium", hieß es in einer Pressemitteilung. "Es gibt keine Übereinkunft über Zahlungen, Bedingungen, Zeitplanung oder sonstige Geschäfte."

Die japanische Softbank Group, deren Kernunternehmen der Technologiekonzern Softbank Corp. ist, hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Großinvestitionen auf sich aufmerksam gemacht.

Neben dem Erwerb von Anteilen an Fahrdienst-Vermittler Uber und der Übernahme des ehemals der Alphabet-Familie zugehörigen Robotikunternehmens Boston Dynamics, stieg die Gruppe unter anderem in das Berliner Startup Wirkaufendeinauto.de ein. Kürzlich übernahm der Konzern den britischen Chip- und Softwareentwickler ARM.

Stärkster Kurssprung seit Jahren

Ihre Investitionen haben die Japaner über den mit 100 Milliarden US-Dollar ausgestatteten "Softbank Vision Fund" getätigt. Der Fonds wurde mit viel Geld aus Saudi-Arabien gefördert, auch Apple hatte eine Milliarde Dollar investiert.

Die Nachricht über den möglichen Einstieg hat Swiss Re Chart zeigen den stärksten Kurssprung seit Jahren verschafft. Im frühen Handel in Zürich gewannen die Papiere bis zu 6,8 Prozent an Wert.

Experten reagieren gespalten

Analysten hatten eine Beteiligung zwischen einem Technologieunternehmen an einem Rückversicherer nicht erwartet. Dem zuständigen Experten der Großbank UBS etwa erschließt sich die strategische Logik eines solchen Deals auf den ersten Blick nicht.

"Warum nicht?", fragte dagegen die Bank Vontobel. Softbank blicke auf eine lange Geschichte mit vielen Großinvestitionen in führende Technologieunternehmen wie Yahoo, Alibaba und We-work zurück.

ans/dpa/AP



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