Krise in Japan: Nur der Staat kann Tepco noch retten

Hohe Schulden drücken Tepco, dem Konzern bleibt nur die Verstaatlichung. Diese steht wohl kurz bevor: Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Nikkei" braucht der Energieversorger neun Milliarden Euro von der Regierung - deren Anteil am Konzern würde dadurch auf mehr als zwei Drittel steigen.

Atomruine Fukushima: Horrende Schadensersatzforderungen Zur Großansicht
AFP/ Tepco/ JiJi Press

Atomruine Fukushima: Horrende Schadensersatzforderungen

Tokio - Gut ein Jahr nach der Atom-Katastrophe in Japan fällt Tepco offenbar endgültig in staatliche Hände. Wie die Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet, plant die Regierung eine Kapitalspritze im Volumen von umgerechnet rund neun Milliarden Euro für den angeschlagenen Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima.

Dabei könne der Anteil des Staates an dem notleidenden Konzern auf über zwei Drittel anschwellen. Tepco habe erklärt, den Plan zu prüfen, wenn der nächste Chef dem zustimmt.

Zuvor hatte schon die Nachrichtenagentur Reuters über eine nötige Finanzspritze von umgerechnet neun Milliarden Euro berichtet. Der Konzern benötige die Hilfen, um seine Finanzen zu bereinigen und um die Opfer der Atomkatastrophe aus dem vergangenen März abzufinden.

ssu/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. haftung
Gebetsmühle 05.04.2012
Zitat von sysopHohe Schulden drücken Tepco, dem Konzern bleibt nur die Verstaatlichung. Dieser steht wohl unmittelbar bevor: Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Nikkei" braucht der Energieversorger neun Milliarden Euro von der Regierung - deren Anteil am Konzern würde dadurch auf mehr als zwei Drittel steigen. Krise in Japan: Nur der Staat kann Tepco noch retten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825946,00.html)
die konsequenz ist unwiderlegbar: für die katastrophe kommt der steuerzahler auf und nichct der betreiber der anlagen. genau so wird es in deutschland sein und genau deshalb ist es richtig, die teuerster art strom zum erzeugen endlich abzuschalten. wie siehts eigentlich mit dem privatvermögen der tepco-manager aus?
2.
klokschieter99 05.04.2012
Zitat von Gebetsmühledie konsequenz ist unwiderlegbar: für die katastrophe kommt der steuerzahler auf und nichct der betreiber der anlagen. genau so wird es in deutschland sein und genau deshalb ist es richtig, die teuerster art strom zum erzeugen endlich abzuschalten. wie siehts eigentlich mit dem privatvermögen der tepco-manager aus?
Autofahren sollte auch verboten werden, die volkswirtschaftlichen Verluste durch Unfälle und Staus sind gigantisch. Vom Fliegen nicht zu reden... Nein, der richtige Weg wäre, die Kosten eines Kernkraftunfalls in die wirtschaftliche Rechnung mit einzubeziehen. Das könne z.B. durch die Verpflichtung der Betreiber zum Abschließen eine privaten Haftpflichtversicherung mit entsprechender Deckung passieren. Da diese nicht unerhebliche Kosten produziert würde der Kernkraftstrom automatisch teuerer. Und zudem hätten Betreiber und Versicherungsgesellschaft dann ein hohes Interesse die Sicherheit selbstständig zu erhöhen.
3. Das...
blurps11 05.04.2012
Zitat von klokschieter99Nein, der richtige Weg wäre, die Kosten eines Kernkraftunfalls in die wirtschaftliche Rechnung mit einzubeziehen. Das könne z.B. durch die Verpflichtung der Betreiber zum Abschließen eine privaten Haftpflichtversicherung mit entsprechender Deckung passieren.
...wäre allerdings völlig aussichtslos. Ohne massive staatliche Hilfe baut doch auch jetzt schon niemand Atomkraftwerke. Lohnt sich einfach nicht.
4. Denkfehler
dr.u. 05.04.2012
Zitat von klokschieter99Nein, der richtige Weg wäre, die Kosten eines Kernkraftunfalls in die wirtschaftliche Rechnung mit einzubeziehen. Das könne z.B. durch die Verpflichtung der Betreiber zum Abschließen eine privaten Haftpflichtversicherung mit entsprechender Deckung passieren. Da diese nicht unerhebliche Kosten produziert würde der Kernkraftstrom automatisch teuerer. Und zudem hätten Betreiber und Versicherungsgesellschaft dann ein hohes Interesse die Sicherheit selbstständig zu erhöhen.
Eine Versicherung in diesem Umfang ist schlicht nicht möglich. Kein Versicherer macht da mit. Das ist ja das Problem. Und wenn es eine (bezahlbare) Versicherung gäbe, wäre der Druck weg, die Sicherheit selbsständig und kostenintensiv zu erhöhen; Das Geld geht ja dann für die Versicherungsprämien drauf und die Gewinne sollen ja nicht geringer ausfallen. Zur Verantwortung gezogen, respektive Kasse gebeten werden sollten zum Einen die verantwortlichen Manager (auch wenn die streng genommen nur Angestellte sind) und die Eigentümer (d.h. die Aktionäre). Wenn ich ein Schrott-Auto kaufe und jemandem zum Fahren überlasse und der baut damit einen Unfall, sind auch beide dran. Der Fahrer, weil er sich nicht vom ordnungsmäßen, verkehrssicheren Zustand überzuegt hat und der Eigentümer. Wie z.B. beim polnischen Trucker, der mit einem unsicheren LKW erwischt wird. Da bekommt der Fahrer eine Strafe und der Spediteur/Eigentümer. Anderes Beispiel: ungenügend sicher verwahrte (Schuß)Waffen. Wenn mit denen jemand erschossen oder verletzt wird, sind der Schütze und der Waffenbesitzer dran. "Eigentum verplichtet" heißt es schon im GG. Eigentümer eines AKW sind die Aktionäre des entsprechenden Energieversorgers. Dann sollte man die auch in die Pflicht nehmen.
5. Die Verstaatlichung macht Sinn.
tangarra 05.04.2012
Zitat von sysopHohe Schulden drücken Tepco, dem Konzern bleibt nur die Verstaatlichung. Dieser steht wohl unmittelbar bevor: Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Nikkei" braucht der Energieversorger neun Milliarden Euro von der Regierung - deren Anteil am Konzern würde dadurch auf mehr als zwei Drittel steigen. Krise in Japan: Nur der Staat kann Tepco noch retten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825946,00.html)
Wie ich in meiner Analyse zu den Unfallursachen von Fukushima auf tec-sim.de (http://www.tec-sim.de) dargelegt habe, triff die staatliche Genehmigungsbehörde ein wesentlicher Teil der Schuld am Unglück. Da ist es nur gerecht, wenn der Staat - und damit leider auch der Steuerzahler - für die Kosten aufkommt. Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Beantragen kann der Betreiber, was er will, also auch eine Auslegung, die von zu niedrigen Tsunami-Höhen ausgeht. Es ist Aufgabe der staatlichen Genehmigungsbehörde, ihm die Genehmigung dazu zu verweigern. Wenn der Betreiber bei der Umsetzung der Auflagen schlampt, so wie TEPCO bei der Vorbereitung der mobilen Einspeisung, dann ist es Aufgabe der Genehmigungsbehörde, dem Betreiber auf die Finger zu klopfen. Dasselbe gilt auch für Deutschland. Die Vorbereitung auf die mobile Einspeisung bei schweren Störfällen steht in Deutschland vor allem auf dem Papier, wie man dem deutschen ENSREG Stress Test enthemne kann, und wird im Ernstfall genau so schief gehen wie in Fukushima. Dann ist zurecht der deutsche Steuerzahler gefordert. Er hat schließlich die Politiker gewählt, die die mobile Einspeisung nicht so ernst nehmen, wie es angemessen wäre.
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