Warnung der Bundesbank Jede vierte Bank will Strafzinsen an Kunden weitergeben

Negativzinsen werden in Deutschland immer häufiger. Laut Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret will jede vierte Bank sie künftig auf Kundeneinlagen erheben. Was bedeutet das für Privatkunden?

Andreas Dombret
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Tausenden Kunden von Banken und Sparkassen drohen nach Angaben der Bundesbank Strafzinsen: Jedes vierte Kreditinstitut in Deutschland will nach Angaben von Vorstandsmitglied Andreas Dombret künftig Negativzinsen auf Kundeneinlagen erheben. Einlagen von Privatkunden seien jedoch nur bei jedem zwölften Institut davon betroffen, schreibt Dombret in einem Beitrag für die "Wirtschaftswoche". Demnach seien vor allem Unternehmenskunden betroffen.

"Sänke das Zinsniveau dagegen weiter ab, wäre bereits jedes zweite Institut zu einer Weitergabe negativer Zinsen gegenüber Privatkunden bereit", schreibt Dombret. Das zeige die jüngste Umfrage der Bundesbank und der Finanzaufsicht Bafin unter 1555 kleinen und mittelgroßen Kreditinstituten in Deutschland.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Banken, die Geld bei der Notenbank parken, derzeit einen Strafzins von 0,4 Prozent. Die Kosten dafür geben etliche Institute schon länger an Unternehmenskunden weiter. Auch vermögende Privatkunden müssen bei einigen Instituten bereits Strafzinsen auf hohe Guthaben zahlen.

hej/dpa-AFX



insgesamt 95 Beiträge
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Marvel Master 31.08.2017
1.
Mein Traum sind immer noch Negativzinsen auf Kredite. :-) Dann nehme ich auch zum ersten mal in meinem Leben ein Konsumkredit auf. :D
rkinfo 31.08.2017
2. Der Bund zahlt noch positive Zinsen
Warum können die Banken nicht Geld beim Bund und Ländern parken ? Dort wird das Geld ja auch tatsächlich benötigt und in die Wirtschaft gegeben. Klar, der Interbanken - Transfer ist tot, aber die EZB ist eigentlich der letzte Notnagel. Auch innerhalb Europas könnten Regierungen mit 3-9 Monatsanleihen Geldanlager Möglichkeiten verschaffen, ohne dás ein Zahlungsauffall zu erwarten wäre. Sowas könnte sogar die EZB 'versichern'. Die jetzigen Regelungen sind nur für Bankenprofite ausgelegt und die Bürger werden durch ineffiziente Geldpolitik geschädigt. Mittelfristig ist eh signifikante Inflation nötig, was wiederum die Tarifpartner ankurbeln müssten.
Germany's Next Top Model 31.08.2017
3. Was für ein krankes System!
Ich kann nicht glauben, dass so ein Wirtschaftssystem noch lange bestand haben wird. Wann kommt das große Aufbegehren?
Nobody X 31.08.2017
4. Ein Grund mehr,
seinen Job zu quittieren und seine Ersparnisse zu verleben. Das kann ich nur jedem empfehlen, der es sich irgendwie leisten kann - und der es nicht kann, hat sowieso keine nennenswerten Ersparnisse, die negativ verzinst werden könnten.
i.b.s 31.08.2017
5. Hier versagen
unsere Politiker ein weiteres Mal. Das erste Versagen war jenes, einen Mann wie Draghi zum Chef der EZB zu machen. Das dieser seine südländischen Kumpane, die nie vom Wort sparen was gehört hatten, unterstützen würde, war klar. Das zweite Versagen war, dass man diesem Dilettanten zu Beginn seiner Anleihekäufe nicht auf die Finger haute. Jens Weidmann wurde immer als Störer empfunden, obwohl er recht hatte. Es wundert mich, dass keiner der jetzt im Wahlkampf tätigen, für's Volk kämpfenden Politiker dieses Thema nicht auf dem Schirm haben, wohl wissend, welche Summen hier durch das mafiose Agieren des Herrn Draghi dem Sparer verloren gehen. Ich jedenfalls werde mein Geld für den Fall des Verlangens eines Negativzinses von meiner Bank abziehen. Wenn das alle machen würden, würde es scheppern und dagegen wäre 2008 ein laues Lüftchen, garantiert.
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