Jobabbau: E.on streicht in Deutschland 6000 Stellen
Der Job-Kahlschlag bei E.on trifft Mitarbeiter in München: Der Energieriese gibt die Tochterfirma in der bayerischen Landeshauptstadt auf und streicht zwischen 1000 und 1500 Stellen. Insgesamt will der Konzern viermal so viele Arbeitsplätze abbauen.
München - Der Energiekonzern E.on hat Details seines Sparprogramms bekanntgegeben: Bis Sommer 2012 gibt der Konzern etwa die Tochterfirma E.on Energie in München auf. Das bestätigte Martin Cegla, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von E.on Energie, am Dienstagabend.
Bei E.on Energie arbeiten rund 400 Beschäftigte. Insgesamt könnte München wegen der Verlagerung und dem Stellenabbau auch in anderen Konzernteilen 1000 bis 1500 Stellen verlieren: Der Konzern beschäftigt in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell rund 2500 Mitarbeiter. Nach der Umsetzung aller derzeit empfohlenen Sparmaßnahmen würden noch rund 1000 bis 1500 Arbeitsplätze verbleiben.
Weltweit will der Konzern rund 11.000 von etwa 85.000 Arbeitsplätzen abbauen - davon über 6000 allein in Deutschland. Der Konzern reagiert mit dem massiven Sparprogramm vor allem auf die teuren Folgen des deutschen Atomausstiegs.
E.on informierte die Beschäftigten auf Betriebsversammlungen über weitere Details des Sparprogramms, das der Konzern unter anderem mit dem Atomausstieg begründet. Nach einer ersten Phase mit Vorüberlegungen soll nun die zweite Phase des Programms beginnen, in der konkrete Maßnahmen benannt und umgesetzt werden sollen. Bis 2015 will der Energieriese so seine Kosten auf 9,5 Milliarden Euro senken.
Den Plänen zufolge wird das weltweite Gas- und Handelsgeschäft zusammengeführt. Die deutschen E.on-Aktivitäten sollen von Essen aus gesteuert werden, dort sollen 1500 bis 2100 Mitarbeiter beschäftigt bleiben und damit annähernd so viele wie heute. In Düsseldorf sollen die Handelsgeschäfte von E.on-Ruhrgas mit dem Geschäftsbereich Gasversorgung verbunden werden. Weitere Aktivitäten von E.on Ruhrgas sollen ausgelagert oder verkauft werden. In Düsseldorf sollen inklusive der dort angesiedelten Konzernleitung 1300 bis 1700 Mitarbeiter beschäftigt sein. Laut "Rheinischer Post" fallen in Düsseldorf etwa tausend Stellen weg.
Der Standort Hannover soll erhalten bleiben, allerdings ebenso wie die anderen Standorte in abgespeckter Form. So sollen dort Aufgaben gebündelt und Aufgaben von Hannover nach Essen umgesiedelt werden. In einem ersten Schritt soll den Plänen zufolge die Verwaltung der Einheit Erzeugung um 260 Stellen reduziert werden.
Weitere Überlegungen betreffen laut E.on Bereiche wie Finanzen, Personal, Rechnungswesen oder Recht. Details sollten zwar erst bis Frühjahr 2012 beschlossen werden. Bereits heute sei aber absehbar, dass ein Abbau von 30 bis 40 Prozent der Arbeitsplätze erfolgen werde.
cte/dpa/AFP
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| Energie-Oligopol in Deutschland | |||
| Konzerne | Anteil Kraft- werks- kapa- zität | Anteil erzeugte Strom- menge | Anteil Groß- kunden- markt |
| RWE, E.on, Vattenfall, EnBW | 82% | 89% | 60% |
| Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009 | |||
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