Angeblich Asbest in Babypuder Aktie von Pharmariese Johnson & Johnson bricht ein

Neue Vorwürfe gegen den wegen krebsauslösenden Produkten verurteilten Pharmakonzern Johnson & Johnson: Das Unternehmen soll seit Langem von Asbest in Babypudern gewusst haben - die Aktie brach ein.

Firmensitz von Johnson & Johnson in Kalifornien
REUTERS

Firmensitz von Johnson & Johnson in Kalifornien


Nach neuen Anschuldigungen gegen das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson (J&J) sind die Aktien des Konzerns an der Wall Street um zwölf Prozent eingebrochen. Das ist der größte prozentuale Kurssturz seit mehr als zehn Jahren.

Das Unternehmen soll nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters seit Jahrzehnten von Asbest in seinen Babypudern gewusst haben. Zu Johnson & Johnson gehören Marken wie Penaten-Babypflege und Bebe. In internen Proben zwischen den Jahren 1971 und Anfang 2000 seien wiederholt kleinere Mengen Asbest nachgewiesen worden. Diese Informationen seien aber nie an Aufsichtsbehörden weitergereicht oder öffentlich gemacht worden.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe umgehend zurück. Der Artikel von Reuters sei "einseitig, falsch und aufrührerisch", schrieb J&J in einem Statement auf seiner Website. Die Geschichte sei eine absurde Verschwörungstheorie; das Babypuder sei sicher und frei von Asbest.

Anleger sehen nun weitere Klagen auf das Unternehmen zukommen. Gegen J&J gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen bereits Tausende Klagen. Die meisten Kläger werfen J&J vor, dass das in Puder enthaltene Talkum Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmaßliche Verunreinigung von Talkum durch Asbest.

Im August dieses Jahres wurde Johnson & Johnson zu einer Strafe von 4,69 Milliarden Dollar verurteilt. Geklagt hatten 22 Frauen, die an Eierstockkrebs leiden. Sie machten J&J-Produkte wie das Körperpuder "Baby Powder" für ihre Erkrankungen verantwortlich und warfen dem Konzern vor, Gefahren verschwiegen zu haben.

kko/Reuters



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