Jonathan Hill Ex-EU-Kommissar darf in die Wirtschaft wechseln

So mancher Politiker übernimmt zum Karriereende einen Top-Posten als Berater oder Lobbyist. Das sorgt wegen möglicher Interessenkonflikte oft für Streit. Bei Jonathan Hill scheint alles glatt zu laufen.

EX-EU-Kommissar Jonathan Hill
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EX-EU-Kommissar Jonathan Hill


Der ehemalige britische EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill darf in die Privatwirtschaft wechseln. Die Brüsseler EU-Kommission billigte einen Beraterjob bei der Kanzlei Freshfields und eine Tätigkeit als Direktor beim Verlag, der die Zeitungen "The Times" und "The Sunday Times" herausgibt.

Die Tätigkeit bei Freshfields hat die EU-Kommission von einem Ethikgremium prüfen lassen. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, muss der 56-jährige Hill Auflagen erfüllen und für eine Dauer von mindestens 18 Monaten Berührungspunkte mit seiner Arbeit als Finanzmarktkommissar vermeiden.

Hill hatte sein Amt als EU-Kommissar nach dem Brexit-Votum im vergangenen Sommer niedergelegt, sein Nachfolger als britischer EU-Kommissar ist der für Sicherheit zuständige Julian King.

Der Übergang früherer EU-Kommissare in die Wirtschaft ist unter bestimmten Bedingungen möglich. Für Aufsehen hatte zuletzt unter anderem der Wechsel von Ex-Kommissionschef José Manuel Barroso zur Investmentbank Goldman Sachs gesorgt.

man/dpa



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Patrik74 30.03.2017
1. Normal
ist Teil des Revolving-Door-Prozesses und damit fester Bestandteil unseres Wirtschaftssystem. Jemand aus "der Wirtschaft" geht in "die Politik", um dort "sinnvolle Entscheidungen" zu treffen, und wenn er seine Schuldigkeit getan hat, dann kommt er zurück - wegen seiner "nachgewiesenen Qualifikation" - dann natürlich an besser dotierter Stelle. Die regulierten regulieren sich also selbst, und sorgen für "guten und engen Beziehungen" zwischen Wirtschaft und Politik. Ist letztlich nichts anderes als Korruption auf übergeordneter Ebene.
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