US-Großbank: JP Morgan ernennt neue Finanzchefin

Eine Frau wacht künftig über das Geld bei JP Morgan Chase: Die größte US-Bank macht Marianne Lake zur neuen Finanzchefin - und damit zu einer der einflussreichsten Personen an der Wall Street. Sie soll das nach Spekulationsverlusten angeschlagene Renommee des Instituts wiederherstellen.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Lakes Vorgänger kümmert sich künftig um Top-Kunden Zur Großansicht
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Lakes Vorgänger kümmert sich künftig um Top-Kunden

New York - Zuletzt hat JP Morgan Chase vornehmlich mit milliardenschweren Spekulationsverlusten Schlagzeilen gemacht, jetzt mit einer Personalie: Die US-Großbank ernennt Marianne Lake zur neuen Finanzchefin. Sie übernehme Anfang kommenden Jahres den Posten, teilte das Institut am Montagabend mit. Lake wird damit eine der mächtigsten Frauen innerhalb der Bank und an der Wall Street überhaupt.

"Marianne Lake ist eine hervorragende Wahl für diesen wichtigen Posten", sagte Bankchef Jamie Dimon am Firmensitz in New York. Lake führt zurzeit die Finanzen im erfolgreichen Privatkundengeschäft; davor arbeitete sie unter anderem im Investmentbanking von JP Morgan Chase. Ihre Karriere startete sie bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Zu Lakes vordringlichen Aufgaben dürfte es gehören, das Vertrauen der Finanzwelt und der Öffentlichkeit in JP Morgan Chase wieder herzustellen. Die Bank hatte im ersten Halbjahr einen Spekulationsverlust von 5,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) verkraften müssen, weil sich Londoner Händler verzockt hatten. Mehrere Führungskräfte mussten daraufhin gehen.

Lakes Vorgänger Doug Braunstein wird sich künftig um Top-Kunden des Geldhauses kümmern. Der amtierende Finanzchef war wegen des Spekulationsdebakels mit in die Kritik geraten. Er sitzt seit Juni 2010 auf dem Posten, den er nun zum Jahreswechsel räumt.

JP Morgan ist das nach Bilanzsumme größte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten mit Filialen im ganzen Land und einem starken Investmentbanking. Das Wall-Street-Haus galt lange als Hort der Stabilität: Aus der Finanzkrise war JP Morgan gestärkt hervorgegangen. Seit dem Spekulationsskandal gilt das Institut jedoch als angeschlagen. Bankchef Dimon müht sich nun, mit neuen Leuten das alte Renommee wiederherzustellen.

yes/dpa-AFX

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1. Frauen!
Spiegelleserin57 20.11.2012
da sieht man wie allmählig die Frau anerkannt wird. Im Schneckentempo wird hier die Gleichberechtigung durchgesetzt. Sehr interessant auch wann Frauen eingesetzt werden. Immer dann wenns brennt?
2. optional
CancunMM 20.11.2012
Manchmal frage ich mich, ob das wirklich das Ergebnis der Emazipation ist, dass Frauen genauso hohle Statements abgeben wie Männer.
3. ...
Eviathan 20.11.2012
Zitat von Spiegelleserin57da sieht man wie allmählig die Frau anerkannt wird. Im Schneckentempo wird hier die Gleichberechtigung durchgesetzt. Sehr interessant auch wann Frauen eingesetzt werden. Immer dann wenns brennt?
Gleichberechtigung bzw. Frauenprivilegierung besteht schon. Und die Frauen werden ihre "Gleichberechtigung" schon selbst durchsetzen müssen, indem sie ihre Rechte einfach mal wahrnehmen. Da das offenbar aber zu anstrengend ist, wird jetzt neuerdings "Gleichstellung" gefordert. Man möchte das, was man sich selbst erkämpfen könnte, eben wieder mal vor die Füße gelegt bekommen.
4.
acitapple 20.11.2012
Zitat von Spiegelleserin57da sieht man wie allmählig die Frau anerkannt wird. Im Schneckentempo wird hier die Gleichberechtigung durchgesetzt. Sehr interessant auch wann Frauen eingesetzt werden. Immer dann wenns brennt?
naja, immerhin war es eine frau, die diese schundpapiere maßgeblich vorangetrieben und damit die grundlage für die weltweite finanzkrise gelegt hat. aber das wollen wir mal schön übersehen, nicht dass die makellos weiße weste der "besseren mensche" angekratzt wird...
5. Wieder ein kleiner Beweis,
DeutscherimAusland 20.11.2012
das unsere amerikanischen Freunde, in Asien schneller lernen, als die Deutschen. In meinem Gastland, wie in China, oder einigen anderen asiatischen Laendern, habe ich immer wieder als Consultant festgestellt, das die Maenner die Info's sammeln, dem bestmoeglichen Berater vieles Abverlangen, ...aber wenn Du das entscheidende Gespraech beim entscheidenen Dinner nicht mit der entscheidenen Frau fuehrst; bidt Du 'raus aus dem Geschaeft. Sorry, fuer die Macho's in Europa, aber die wahre Macht der asiatischen Familien liegt immer in den Haenden der verantwortungsvollen Muetter, bzw. Frauen,..egal!!! 100 fach erlebt/ 100fach bestaetigt!!! Und ehrlich gesagt,... es ist aufrichtiger und ehrlicher mit diesen gestandenen Frauen den finalen Vertrag zu verhandeln, als mit den Kerlen bloss zu saufen!!! Und mal ehrlich, in einer "normalen" deutschen Familie hat SIE die Hosen an!, der Rest ist Wunschdenken!!!
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