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Riskante Finanzwetten: JP Morgan verzockt zwei Milliarden Dollar

Die US-Großbank JP Morgan hat sich kräftig verspekuliert. Das Wall-Street-Institut hat rund zwei Milliarden Dollar bei riskanten Finanzwetten verloren. Das Geldhaus erwartet deshalb einen erheblichen Gewinneinbruch im zweiten Quartal, der Aktienkurs sackte ab.

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REUTERS

Hauptsitz der US-Bank JP Morgan in New York: Milliardenverlust in einem Risikoportfolio

New York - JP Morgan Chase ist die größte Bank der USA und diejenige, die am besten verdient. 2011 fuhr das Haus einen Rekordgewinn ein. Doch seit Anfang April hat das Wall-Street-Institut rund 2 Milliarden Dollar bei riskanten Finanzwetten verloren.

Bankchef Jamie Dimon sah sich am späten Donnerstag (Ortszeit) gezwungen, persönlich die Anleger zu informieren. Die Verluste seien selbstverschuldet, sagte er in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz. "Es gab viele Fehler, Schlampereien und falsche Entscheidungen." Derzeit werde untersucht, wie es genau dazu kommen konnte. "Das ist nicht die Art, wie wir unser Geschäft führen wollen", versicherte Dimon.

Der Milliardenverlust betrifft offenbar ein Risikoportfolio der Bank. "Das Portfolio hat sich als riskanter, volatiler und weniger effektiv erwiesen, als wir gedacht hatten," sagte Dimon bei der Telefonkonferenz.

Das Institut kündigte an, dass es durch die unglücklichen Spekulationen bei dem Portfolio für das betroffene Geschäftssegment im zweiten Quartal einen Verlust von 800 Millionen Dollar erwarte - statt wie geplant 200 Millionen Dollar Profit. Es handle sich dabei um das Segment "corporate and private equity", also etwa: "Konzern- und Privatkapital". Dimon entschuldigte sich für die Verluste.

Sie würden auch den Gewinn der gesamten Morgan-Gruppe erheblich schmälern, sagte Dimon. Genauere Angaben wollte er nicht machen, aber er meinte düster: "Es kann leicht noch schlimmer werden."

Aktie fällt nachbörslich um sieben Prozent

Derartige Fehlschläge sind die Börsianer von JP Morgan Chase nicht gewohnt. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um sieben Prozent und zog auch andere Bankenwerte ins Minus. Die New Yorker Bank ist breit aufgestellt und das bestverdienende Kreditinstitut der Vereinigten Staaten. Im ersten Quartal hatte der Gewinn bei 5,4 Milliarden Dollar gelegen.

Im Jahr 2011 hatte die US-Bank JP Morgan trotz der Turbulenzen durch die Schuldenkrise einen Rekordgewinn eingefahren. Unterm Strich blieben 19 Milliarden Dollar. JP Morgan Chart zeigen kamen die Probleme von Konkurrenten zugute, die Bank baute mit neuen Filialen vor allem ihr Privatkundengeschäft aus. Ein Blick auf die Erträge im letzten Quartal zeigte aber schon damals, dass auch Morgan vor Rückschlägen nicht gefeit ist.

bos/dpa/AP

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