Hypothekenstreit JP Morgan soll nun sogar 13 Milliarden Dollar Strafe zahlen

Wegen strittiger Hypothekengeschäfte muss JP Morgan offenbar mehr zahlen als gedacht. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat sich das US-Justizministerium mit der Großbank auf die Summe von 13 Milliarden Dollar geeinigt - das entspricht dem gesamten Halbjahresgewinn der Bank.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Einigung nach wochenlangen Verhandlungen
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Einigung nach wochenlangen Verhandlungen


Washington - Die US-Großbank JP Morgan hat sich offenbar mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung von 13 Milliarden Dollar zur Beilegung zahlreicher strittiger Hypothekengeschäfte geeinigt. Eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters, Generalstaatsanwalt Eric Holder und JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hätten sich am Freitagabend nach wochenlangen Verhandlungen vorläufig auf diese Lösung geeinigt.

Am Freitag hatten Insider bereits berichtet, JP Morgan habe sich wegen des Verkaufs minderwertiger Hypothekenpapiere mit der US-Immobilienbehörde FHFA zur Zahlung von vier Milliarden Dollar geeinigt. Die für den US-Wohnungsmarkt zuständigen Aufsichtsbehörde verfolgte die Klage stellvertretend für die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Es wird erwartet, dass diese Summe Teil der jetzt genannten 13 Milliarden Dollar ist.

Wird die Einigung verbindlich, müsste JP Morgan mehr zahlen als zuletzt gedacht: Bislang hatte es geheißen, es laufe wohl auf eine Zahlung von elf Milliarden Dollar hinaus. JP Morgan und das Justizministerium wollten sich zu den Angaben auf Anfrage zunächst nicht äußern.

JP Morgan werden Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten zwischen 2005 bis 2007 vorgeworfen - vor der Finanzkrise. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos, die Besitzer machten hohe Verluste.

JP Morgan hat immer wieder Ärger mit Behörden und der Justiz, zuletzt wegen des Handelsskandals um den sogenannten Wal von London. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass die Großbank weitere 100 Millionen Dollar für das Spekulationsdesaster um den "Wal von London" zahlen muss. Die US-Finanzaufsicht sah es als erwiesen an, dass Banker der Londoner JP-Morgan-Abteilung den Markt mit massiven Verkäufen geflutet hätten. Das komme einer Manipulation gleich.

Im September hatten bereits vier Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien wegen mangelnder interner Kontrollen Strafen in Höhe von zusammen 920 Millionen Dollar gegen JP Morgan verhängt. Die Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten hatten zudem dafür gesorgt, dass die Bank im dritten Quartal dieses Jahres erstmals seit neun Jahren einen Verlust hinnehmen musste. Der Gewinn für das erste Halbjahr lag bei 13 Milliarden Dollar.

sun/Reuters

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insgesamt 31 Beiträge
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timothyt 19.10.2013
1. Gerade mal der Gewinn von 6 Monaten
und dafür mit den beanstandeten Geschäften 3 Jahre lang blendend verdient. Der angerichtete Schaden dürfte um das xfache höher sein. Und bei den Privatleuten die geschädet wurden kommt natürlich nichts davon an, das schluckt der Staat. So lässt sich schön Geschäfte machen...
Badischer Revoluzzer 20.10.2013
2. Halbjahresgewinn ?
Die Macht der Banken wird immer größer und immer unkontrollierbarer. Die Frage wird sich stellen, wie menschlich wir in Zukunft sein werden.
Walther Kempinski 20.10.2013
3. passt nicht ins Bild
Da werden die Anti-Amerikaner aber nun den Mund nicht zu kriegen. Passt irgendwie nicht ins Bild, dass bei den kapitalistischen und doofen Amis sowas gemacht wird. Welche verwinkelte Verschwörungstheorie gegen die USA wird nun kommen? Kann doch nicht sein, dass die die Amis ihre Banken bestrafen und ein wenig Gerechtigkeit schaffen?!
PriseSalz 20.10.2013
4. 13 Millarden USD Halbjahresgewinn,
nicht schlecht. Klar, man müsste das in Beziehung zum Eigenkapital setzen, aber das dürfte trotzdem lecker sein. Aber war schon immer so: Besser als das Geld aufs Sparkonto zu packen, ist, Bankaktien zu kaufen.
tylerdurdenvolland 20.10.2013
5. 13 Milliarden Dollar = Halbjahresgewinn???
Wenn 13 Milliarden Dollar = Halbjahresgewinn, dann heisst das, dass sie in diesem Jahr nur 13 milliarden machen werden? Uff... da wird gespart werden müssen... da wird man wohl um eine Kürzung bei den Gehältern der Putzfrauen und Fensterputzer ein wenig abziehen müssen, so leid einem das auch tun mag.
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