Entschädigung für Ramschpapiere JP Morgan zahlt Investoren 4,5 Milliarden Dollar

Die US-Bank JP Morgan muss mit immer höheren Summen für ihre Fehler der Vergangenheit büßen. Jetzt einigt sich das Institut mit einer Gruppe von Investoren auf eine Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar - damit sollen die Anleger für Verluste durch Hypothekenpapiere entschädigt werden.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Das Image ist ramponiert
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Das Image ist ramponiert


New York- Im Streit um windige Hypothekengeschäfte hat sich die größte US-Bank JP Morgan Chase mit einer Gruppe von Investoren auf die Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar geeinigt. Die Einigung sei ein "weiterer wichtiger Schritt" in den Bemühungen, die Rechtsstreitigkeiten aus der Zeit der Finanzkrise beizulegen, teilte die Bank mit. Die Einigung bedarf noch einer gerichtlichen Zustimmung sowie der Einwilligung mehrerer Treuhänder.

Die Investoren hatten zwischen 2005 und 2008 hypothekenbesicherte Wertpapiere von JP Morgan und der von ihr später übernommenen Investmentbank Bear Stearns gekauft. Nach dem Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2007 waren die Papiere weitgehend wertlos geworden. Die Investoren warfen JP Morgan vor, Risiken verschleiert zu haben, und verlangten deshalb Schadensersatz.

Zu den 21 Gesellschaften, die nun eine Entschädigung erhalten, gehören unter anderem Allianz-Tochter Pimco und die Bayerische Landesbank (BayernLB), aber auch der Vermögensverwalter Blackrock und der US-Versicherer Metlife Chart zeigen.

Der einst tadellose Ruf von JP Morgan ist wegen zahlreicher Skandale inzwischen arg ramponiert. Parallel zu dem Deal mit den geschädigten Investoren hatte sich die Bank zuletzt vorläufig mit der US-Regierung auf einen Vergleich in Höhe von 13 Milliarden Dollar geeinigt.

Für die diversen Rechtsstreitigkeiten hat JP Morgan bereits Reserven von 23 Milliarden Dollar gebildet. Trotzdem hatte die ansonsten erfolgsverwöhnte Bank im dritten Quartal 2013 erstmals seit fast zehn Jahren einen Verlust gemacht.

Die bisher geschlossenen Vergleiche dürften noch nicht das Ende der Belastungen sein. So geht es bei der jetzt geschlossenen Einigung mit Investoren nur um Wertpapiere aus dem Bestand von JP Morgan und Bear Stearns. Washington Mutual, ein weiteres von JP Morgan geschlucktes Unternehmen, ist nicht Gegenstand des Deals.

Auch anderen Finanzinstituten stehen hohe Straf- und Entschädigungszahlungen bevor. In Deutschland steht dabei besonders die Deutsche Bank im Fokus.

stk/Reuters/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
l.augenstein 16.11.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSDie US-Bank JP Morgan muss mit immer höheren Summen für ihre Fehler der Vergangenheit büßen. Jetzt einigt sich das Institut mit einer Gruppe von Investoren auf eine Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar - damit sollen die Anleger für Verluste durch Hypothekenpapiere entschädigt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jp-morgan-zahlt-investoren-4-5-milliarden-dollar-entschaedigung-a-933935.html
Da drängt sich doch gleich die Frage auf, wem JP Morgan dieses Summen dann wieder mit anderen krummen Touren abgaunert. Reell verdient ist dieses Geld ja nicht.
Altesocke 16.11.2013
2. Also hat die Banksterrettung doch zum vollem Erfolg gefuehrt!
Die Verursacher der weltweiten Krise wurden erstmal geschont, und wieder in Gewinnspur gebracht. Und dann, nachdem die wieder voll und gesichert auf allen Beinen stehen, darf dann mal die Schuld eingestanden werden, und an einige Glaeubiger Schadenersatz ausgeschuettet werden. Aber hauptsache, die USA behalten diese Speerspitzen im Finanzweltkrieg.
dschungelmann 16.11.2013
3. @I.Augstein
Ganz einfach. JP hat das Geld vom den elektronischen Druckmaschinen umgeschichtet in die Haelse der Gierigen, die sich verspekuliert hatten. man hat einfach ein paar Jahre vergehen lassen, das es nicht so auffaellt. Glauben Sie im Ernst, das der Rentner in D , der sich seinerzeits diesen "Dreck" aufschwatzen liess von der Bank "seines Vertrauens" von diesen Geldern auch nur einen CENT sieht? Hier werden NUR die Grosspekulanten bedient, die sich teure Rechtsverfahren leisten koennen.
robert.c.jesse 16.11.2013
4. Das
Der Räuber mit guten Namen und einflussreichen Freunden, gibt einen kleinen Teil seiner Beute an die Betrogenen zurück und muss dafür nicht ins Gefängnis. Das Gesetz steht auf der Seite der Macht. Natürlich wird mit dieser Methode weiter Geld ge"Macht".
Alimentator 16.11.2013
5. Warum nicht in Deutschland?
Wann zahlt die IKB und die Hypo-Real-Estate dem Steuerzahler die dreistelligen Milliardensummen zurück? Wann zahlt die Badbank dem Steuerzahler die Verluste? Wann entschädigt die Volksaktienbetrugsfirma Telekom die Kleinanleger, die ihr Erspartes verloren haben? NIE - das gibt es nur im Ausland. In Deutschland dürfen die das Geld der Bürger behalten. Danke liebe Politiker. Zum Wohle des Landes? Es darf gelacht werden!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.