Boomende Digitalwährung JP-Morgan-Chef bezeichnet Bitcoin als Betrug

"Das wird nicht gut enden" - mit dieser Aussage hat der Chef der US-Großbank JP Morgan den Kurs von Bitcoin auf Talfahrt geschickt. Die Kritik an der Digitalwährung wächst.

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Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hat die Digitalwährung Bitcoin mit scharfen Worten unter Druck gesetzt. Der Kurs fiel auf einem der größten Handelsplätze im Internet um rund 1,25 Prozent auf 4154,85 US-Dollar. Zwischenzeitlich war er bis auf 4080 Dollar abgesackt.

Dimon bezeichnete den Bitcoin als "Betrug". Der jüngste Anstieg der Digitalwährung sei schlimmer als die Tulpenzwiebelblase im 17. Jahrhundert und "werde nicht gut enden". Der Banker spielte damit auf den Tulpenfieberwahn in Holland an, in dessen Zuge die Preise für die Blumen in astronomische Höhen gestiegen waren, bis die Blase letztlich platzte.

Seit Jahresbeginn hat sich der Wert des Bitcoin fast verfünffacht. Das aktuelle Rekordhoch erreichte die Digitalwährung Anfang September bei knapp 4980 Dollar. Der rasante Anstieg der Digitalwährung hat zuletzt viele Kritiker auf den Plan gerufen.

Der Bitcoin entstand vor knapp zehn Jahren. Bitcoins werden in Rechenprozessen erzeugt und auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Das Bitcoin-System nutzt die Blockchain-Technologie - eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen unterliegt der Bitcoin keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken. Neben dem Bitcoin gibt es eine große Anzahl anderer Digitalwährungen wie Ethereum, Monero oder Ripple.

hej/dpa-AFX

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insgesamt 97 Beiträge
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glise 13.09.2017
1.
Und das digitale Geld das von unseren Banken generiert und verliehen wird ist dann wohl kein Betrug, Genau! Ist ja nur ein Schneeballsystem dass Milliarden Menschen weltweit unter Druck setzt und für Hunger und Armut verantwortlich ist. Die Verantwortlichen Leute werden irgendwann bezahlen.
jasuly 13.09.2017
2.
"Das wird nicht gut enden." ... fragt sich nur für wen (für den vielleicht, der erkennt, dass das Bankenmonopol fallen wird, und der nun panisch versucht, die technologisch überlegene Krypto-Konkurrenz schlecht zu reden?).
echoanswer 13.09.2017
3. Ein Banker redet von Betrug?
Ich muss lachen. betrug ist das Geschäft von Bankern. Nur weil die Banker in der Wallstreet keine Macht über die Bitcoins haben, werden sie als betrug deklariert. Man denke an Lehman ... dies gesamte Firma basierte auf einem einzigen großen Betrug. Die Deutsche Bank ist ein Heer von Kriminellen. Bei jedem Finanzskandal, Steuerbetrug, bei jeder Geldwäsche sind sie dabei. Da will dieser Berufsstand anderen Betrug vorwerfen? Wo sind wir angekommen? jeder Drogendealer ist seriöser als die Banken von heute.
schumbitrus 13.09.2017
4. Na ja, wenn der vom Untergang bedrohte die Ursache des Untergangs ..
Na ja, wenn der vom Untergang bedrohte die Ursache seines Untergangs in Frage stellt, dann können dahinter auch wahrheits-widrige Grunde stehen - wer einen Sumpf trocken legen will, sollte nicht die Frösche fragen .. Wahr ist, dass eine Blockchain Tansaktionen miteinander verschränkt und zwar auf dem aktuellen Stand der Kryptographie. So lange die Krypto nicht gebrochen wird, muss man das Prinzip der Blockchain als funktionierend und damit lebensbedrohlich für Banken bzw. die gesamte Finanzindustrie ansehen: Wenn man keinen Banken und Versicherungen mehr trauen muss, sondern sich ein in sich jederzeit überprüfbares, verschränktes System von transparent signierten Transaktionen verlassen kann, dann sind die Jobs in der Finanzindustrie so überflüssig, wie damals die Kohle-Schaufler auf den elektrischen Lokomotiven - genau wie die derzeit existierende Finanzindustrie insgesamt. Wenn Herr Dimon nun gegen Bitcoin im Speziellen schießt, dann müsste er schon konkret formulieren, was die Implementierung von Bitcoin im Besonderen an Fehlern aufweist, so dass sein Tulpenzwiebel-Vergleich gerechtfertigt ist. Denn umgedreht setzt sich jemand in seiner Position natürlich auch dem Vorwurf der Kurs-Manipulation aus und er weckt den Verdacht von Insider-Handel, wenn er mit so einer Aussage vorhersehbar den Kurs von Bitcoin schwächt, ohne dafür belastbare Belege zu haben. Es gibt ja allgemeine Kritik a Bitcoin. Herr Dimon sollte nun schnell klar stellen, an welcher Stelle er die Schwachstelle konkret sieht, so dass der Markt diese möglicherweise ausbeuten und Bitcoin u.U. abwickeln oder beseitigen kann. Wenn er das nicht kann, dann ist das ein übler Propaganda-Stunt und muss aufgrund des hohen Missbrauchspotenzials massive Konsequenzen für ihn haben ..
Palisander 13.09.2017
5. Die Ginni soll ganz schnell wieder in die Flasche...
Wenn ich den O-Ton mir ansehe mit welcher Wut und welchen Kraftausdrücken Herr Dimon hier die neue Freiheit am Geldmarkt belegt - SPON zitiert nur einen Teil - er drohte seinen Angestellten auch noch damit das jeder der damit spekuliere dumm wäre und er ihn sofort feuern würde. Es ist doch klar, eine Gesellschaft die nicht mehr durch Banken und Regierungen finanziell kontrolliert werden kann... das brauche ich nicht auszuführen, oder? Wir werden mit Sicherheit bald erleben wie Bitcoin flächendeckend von allen Regierungen der Welt verboten wird. Das steht zu befürchten.
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