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Streit über Abwasserentsorgung: K+S muss Produktion drosseln

Seit Jahren steht K+S wegen seiner Abwässer in der Kritik. Jetzt muss der Düngemittel- und Salzkonzern Teile seiner Produktion stoppen. Die Behörden prüfen noch immer, ob eine neue Genehmigung zur Entsorgung erteilt wird.

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Fluss Werra vor Kali-Abraumhalde: Entsorgung nur eingeschränkt möglich

Der Streit um Salz-Abwässer von K+S Chart zeigen wirkt sich jetzt auch auf die Produktion des Düngemittel- und Salzkonzerns aus. Im hessischen Hattorf und im thüringischen Unterbreizbach müsse die Herstellung ab 1. Dezember ausgesetzt werden, teilte das Dax-Unternehmen am Freitag in Kassel mit. Die rund 1750 betroffenen Mitarbeiter sollen nun zunächst ihre Arbeitszeitkonten sowie Resturlaub abbauen.

Grund für die Entscheidung sei die fortdauernde Prüfung durch das Regierungspräsidium Kassel, ob eine Genehmigung zur Entsorgung von Salz-Abwasser verlängert wird. Damit stehe ab Dezember der Fluss Werra als einziger Entsorgungsweg des Werkes Werra zur Verfügung. Bisher können die Abwässer auch im Erdboden versenkt werden.

Wegen der aktuellen Wasserführung des Flusses sei die Entsorgung nur eingeschränkt möglich, teilte K+S mit. Eine Vollauslastung aller einzelnen Standorte des Werkes gebe es somit nicht. Der Konzern rechnet nach eigenen Angaben derzeit nur in Einzelfällen mit Auswirkungen auf die Belieferung der Kunden. Auch der angepeilte operative Jahresgewinn der Gruppe solle "unberührt bleiben".

Über die Abwässer von K+S wird seit Jahren gestritten, die EU-Kommission leitete deswegen bereits 2012 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein. Im September durchsuchten Ermittler wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung Büro- und Geschäftsräume von K+S in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Der Konzern wehrte kürzlich einen Übernahmeversuch durch den kanadischen Konkurrenten Potash ab, der aber weiterhin interessiert sein soll.

dab/dpa

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