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Gewässerverunreinigung: Staatsanwaltschaft klagt K+S-Chef an

Der Dax-Konzern K+S steht im Verdacht, Millionen Liter Salzlauge illegal im Boden entsorgt zu haben. Die Staatsanwaltschaft klagt nun 14 Mitarbeiter an - darunter den Vorstandsboss und den Chefaufseher.

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DPA

K+S-Chef Norbert Steiner

Nun ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen hat gegen zwei Top-Manager des Düngemittel- und Salzherstellers K+S Anklage erhoben. Betroffen sind Vorstandschef Norbert Steiner und Aufsichtsratsboss Ralf Bethke. Hauptgründe für die Anklage sei der Verdacht auf unerlaubte Abfallbeseitigung und Gewässerverunreinigung, hieß es.

Angeklagt sind insgesamt 14 K+S-Mitarbeiter, darunter auch weitere Vorstandsmitglieder, sowie zwei Mitarbeiter und ein ehemaliger Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamts. Das Landgericht Meiningen muss nun prüfen, ob es ein Hauptverfahren eröffnet.

Hintergrund ist laut "Wirtschaftswoche" eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen aus dem Jahr 2008. Demnach besteht der Verdacht, dass K+S illegal Kalisalzlauge im Boden des Gemeindegebiets entsorgt haben soll. Die Gemeinde sorgt sich seitdem um die Reinheit ihres Trinkwassers.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa geht es um 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, das das Unternehmen von 1999 bis 2007 in den Erdboden gepumpt haben soll. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Laut Staatsanwaltschaft muss zwischen K+S und den Behördenvertretern ein Einverständnis darüber bestanden haben, "dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen sind".

Das Unternehmen hält die Vorwürfe für unbegründet und die erteilten Genehmigungen für rechtmäßig.

K+S ist ein Konzern mit mehr als 8000 Mitarbeitern, der Mineralsalze abbaut und diese zu Düngemitteln, Streusalzen oder Ausgangsstoffen für die Chemie- und Lebensmittelindustrie verarbeitet. Er betreibt eine ganze Reihe von Werken, darunter die im großen Kalisalzrevier in Hessen und Thüringen sowie in Niedersachsen. Die Entsorgung der umweltbelastenden salzhaltigen Abwässer aus der Produktion sorgt seit Langem für Konflikte in den betroffenen Bundesländern.

K+S ist derzeit noch eines der 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen. Am 21. März scheidet der Düngemittelkonzern jedoch aus dem Dax aus. Nachfolger ist das Medienunternehmen ProSiebenSat.1.

ssu/sep/AFP/dpa

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