Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa

Der Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen.

Minustemperaturen: Kälte hält Europa im Griff Fotos
dapd

Moskau - Die klirrende Kälte in Osteuropa hat den Energiebedarf der Region deutlich erhöht. Um die gestiegene heimische Nachfrage zu bedienen, verringert der russische Staatskonzern Gazprom nun offenbar seine Lieferungen nach Europa deutlich.

Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Industriekreise berichtet, seien etwa durch die Yamal-Europe-Pipeline, die von Russland über Weißrussland und Polen nach Deutschland führt, am Dienstag zehn Prozent weniger Gas geflossen als in den vergangenen Tagen. Zudem hätten acht Prozent der Bestellungen aus Italien nicht bedient werden können.

Mit den Vorräten müsse zunächst der Bedarf der russischen Kunden gedeckt werden, hieß es. Wegen des auch für russische Verhältnisse ungewöhnlich starken Frosts ist im größten Land der Erde der Gasverbrauch erstmals auf zwei Milliarden Kubikmeter pro Tag gestiegen. Das entspricht nach russischen Angaben etwa dem Jahresverbrauch von EU-Mitglied Bulgarien. Schon 2006 hatte Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen wegen des tiefen Winters kurzzeitig reduziert.

Deutsche Verbraucher müssen aber nicht fürchten, bald in kalten Wohnungen zu sitzen. Schließlich liefert Gazprom noch weiter. Zudem gibt es in Deutschland mehr als 40 unterirdische Gasspeicher, die Versorgungsschwankungen ausgleichen können.

Im Zuge der Kältewelle sind in den vergangenen Tagen in ganz Osteuropa bereits mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. In der Ukraine sank die Temperatur auf Minus 33 Grad, den kältesten Wert seit sechs Jahren.

stk/dpa/Reuters

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1.
kuddel37 31.01.2012
Zitat von sysopDer Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen. Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812596,00.html)
So ein Mist aber auch, die haben schon die Atombombe. Sonst hätte man jetzt Zwangsdemokratisieren können um die Gasversorgung zu sichern. ;)
2. Prof. Dr. Dr. hc. mult.
chiefclancywiggum 31.01.2012
Zitat von sysopDer Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen. Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812596,00.html)
Vielleicht sollte Deutschland dann mal demnächst wegen erhöhten Geldbedarfs im eigenen Land die Bezahlung des aus Russland gelieferten Gases einschränken. Schliesslich haben die Russen ja auch Geldspeicher mit den die kurzfristigen Lieferschwankungen aus Deutschland ausgeglichen werden können. Was macht eigentlich Gas-Gerd in solchen Situationen? Hat ihn das russische Gehalt schon soweit korrumpiert, dass er sich nicht für deutsche Interessen einsetzt? Pacta sunt servanda wie schon die alten Römer wussten. Wenn also Gas in Russland fehlt, sollen sie neues fördern. Wenn die Verträge Liefermenge festschreiben, dann ist auch die bestellte Menge zu liefern!
3. alternativ
ostap 31.01.2012
Zitat von kuddel37So ein Mist aber auch, die haben schon die Atombombe. Sonst hätte man jetzt Zwangsdemokratisieren können um die Gasversorgung zu sichern. ;)
Alternativ könnten wir unser Erdgas (als eMethan) aus Windenergie selbst herstellen. Auf Dauer mit Sicherheit die billigere Variante - die Sonne schickt uns keine Rechnung und stellt auch den Wind nicht ab.
4. Da sage noch einer Russland wäre ein vertrauensvoller Lieferant
Roßtäuscher 31.01.2012
Zitat von sysopDer Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen. Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812596,00.html)
Auf der einen Seite erklärlich, zuerst an das eigene Land denken, dann an die Devisen. Bei einer ordentlichen Vorratshaltung in unterirdischen Speichern, passiert so etwas nicht.
5.
kinich_janaab 31.01.2012
Zitat von chiefclancywiggumVielleicht sollte Deutschland dann mal demnächst wegen erhöhten Geldbedarfs im eigenen Land die Bezahlung des aus Russland gelieferten Gases einschränken. Schliesslich haben die Russen ja auch Geldspeicher mit den die kurzfristigen Lieferschwankungen aus Deutschland ausgeglichen werden können. Was macht eigentlich Gas-Gerd in solchen Situationen? Hat ihn das russische Gehalt schon soweit korrumpiert, dass er sich nicht für deutsche Interessen einsetzt? Pacta sunt servanda wie schon die alten Römer wussten. Wenn also Gas in Russland fehlt, sollen sie neues fördern. Wenn die Verträge Liefermenge festschreiben, dann ist auch die bestellte Menge zu liefern!
Die pösen Russen aber auch. Denken zuerst an sich und dann an die anderen. Dabei sind die Deutschen sowas von selbstlos.
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Energieträger Erdgas
Erdgas ist nach Mineralöl der zweitwichtigste Bestandteil des deutschen Energiemix. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Angaben des BDEW inzwischen damit beheizt. Insgesamt sind es mehr als 18 Millionen Haushalte - Tendenz steigend. Zudem wird mit Erdgas Strom erzeugt, und umweltfreundliche Autos werden mit Erdgas angetrieben. Die Erdgas-Lagerstätten sind auf wenige Regionen begrenzt - mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen befinden sich in den Ländern Russland, Iran und Katar.

Erdgas ist der am wenigsten klimaschädliche aller fossilen Brennstoffe. Bei seiner Verbrennung werden etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt. Dies ist im Vergleich zu Erdöl (270 g/kWh) und Kohle (je nach Qualität 330 bis 400 g/kWh) gering.