Farbwechsel: Kärcher-Reiniger strahlen künftig in Grau

Neues Jahr, neue Farbe: Der Reinigungsspezialist Kärcher will einen großen Teil seiner Geräte künftig in Anthrazit anbieten. Das bislang verwendete Gelb verschreckt angeblich professionelle Benutzer. Es ist nicht der erste Farbwechsel in der Unternehmensgeschichte.

Reinigungsspezialist Kärcher: Die Saubermänner Fotos
Kärcher

Winnenden - Das baden-württembergische Unternehmen Kärcher steht geradezu sprichwörtlich für Reinigungsgeräte. Das zeigte sich im Jahr 2005, als der damalige französische Innenminister Nicolas Sarkozy davon sprach, man müsse die von Unruhen erschütterten Vorstädte "kärchern". Trotz dieses verbalen Ausrutschers erfreut sich die Marke weiterhin großer Beliebtheit. Mit fast elf Millionen verkauften Geräten schaffte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen neuen Absatzrekord.

Dennoch plant Kärcher nun einen Strategiewechsel: Die bislang charakteristische gelbe Farbe von Hochdruckreinigern, Kehrmaschinen oder Staubsaugern soll zum Teil durch ein Anthrazitgrau ersetzt werden. "Wir wollen dem Kunden mit den Farben eine grundsätzliche Orientierung geben", sagte Kärcher-Chef Hartmut Jenner. "Gelb ist für Privatkunden, Anthrazit ist für professionelle Kunden."

Geräte für Profis machen Jenner zufolge etwa die Hälfte vom Umsatz aus, wurden zuletzt aber oft wegen der gelben Farbe verschmäht. "Es war auffällig, dass viele Hotelbetreiber gesagt haben: Wir nehmen eure Geräte nicht, weil sie im Gang zu auffällig sind." Zudem werde ein Profi-Produkt sehr häufig benutzt. "Die Farbe Gelb zeigt dabei schnell Gebrauchsspuren."

Kärcher produziere Profi-Geräte in Europa daher schon jetzt flächendeckend in Anthrazit. Außerhalb Europas soll die Farbe in den kommenden sechs Monaten vollständig eingeführt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass Kärcher die Farben seiner Produkte ändert. 1974 stellte das Unternehmen von Blau auf Gelb um.

Der Reinigungsspezialist hatte die Zahl seiner Mitarbeiter zuletzt um rund 800 auf 9450 Beschäftigte erhöht. Allein in Deutschland kamen 350 neue Mitarbeiter hinzu. "Die Geschäfte sind in fast allen Regionen sehr gut gelaufen", sagte Jenner. Ein Minus habe es aber bei den Erlösen in Südeuropa gegeben. Für das kommende Jahr plane Kärcher vorsichtiger: "Unserem Plan 2013 liegt ein Wachstum im einstelligen Bereich zugrunde", kündigte Jenner an. "Die Rahmenbedingungen sind etwas schwieriger."

dab/dpa

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