Berliner Start-up Handwerker-Website Käuferportal expandiert nach Europa

Einen Treppenlift oder Wintergarten bauen sich die meisten nur einmal im Leben ins Haus - das Start-up Käuferportal verspricht, nur geprüfte Handwerker zu vermitteln. Jetzt startet der Internet-Marktplatz in fünf europäischen Ländern.

Installation von Solarzellen: Käuferportal nimmt feste Provision von Handwerkern
REUTERS

Installation von Solarzellen: Käuferportal nimmt feste Provision von Handwerkern


Das Handwerk ist auch im Internetzeitalter noch recht analog unterwegs. Fliesen und Rohre müssen weiterhin vor Ort verlegt werden, selbst eine eigene Internetseite leistet sich bei Weitem nicht jeder Betrieb.

Daraus macht das Berliner Start-up Käuferportal ein gutes Geschäft. Auf der Seite können Kunden, die eine größere Anschaffung planen, nach dem geeigneten Handwerker suchen und erhalten dann drei Vorschläge für Betriebe aus der Region, die ihnen dann ein Angebot machen können. Für die Kunden ist der Dienst kostenlos, die Handwerker zahlen für jeden Kundenkontakt eine fixe Provision.

Nun expandiert die Seite ins Ausland, wie ein Sprecher des Unternehmens SPIEGEL ONLINE bestätigte: Noch im Sommer will das Unternehmen mit der Seite kp-global.com in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Österreich und der Schweiz starten. Im kommenden Jahr sollen noch fünf weitere Länder dazukommen.

Amazon und Google drängen in den Markt

Käuferportal wirbt damit, dass bei jedem der derzeit mehr als 10.000 Betriebe Bonität und Referenzobjekte überprüft werden. Um das auch im Ausland bieten zu können, soll die Mitarbeiterzahl von aktuell rund 300 rasch steigen. Der Kundenservice werde anfangs aber noch nicht telefonisch, sondern per E-Mail stattfinden.

Anders als Konkurrenten wie der Online-Marktplatz MyHammer, die auch Handwerker für alltägliche Aufträge vermitteln, ist käuferportal.de spezialisiert auf Einbauten, die die meisten Menschen nur einmal im Leben bestellen und deshalb keine Erfahrungswerte haben: etwa Treppenlifte oder Solaranlagen. Seit ihrer Gründung 2008, heißt es von der Firma, habe man Produkte und Dienstleistungen im Wert von einer Milliarde Euro vermittelt und schreibe derzeit schwarze Zahlen.

In Zukunft könnte Käuferportal allerdings mächtige Konkurrenz bekommen: Amazon Chart zeigen baut mit Home Services derzeit eine Handwerkervermittlung für 15 Metropolregionen in den USA auf. Auch Google Chart zeigen drängt in den Markt.

ade



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insgesamt 7 Beiträge
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quidquidagis1 24.07.2015
1. Erfolg zweifelhaft..
..zumindest für die Handwerksbetriebe.Jede Kunden Anfrage wird an mindesten 3 weitere Betrieb verkauft.Pro Anfrage muss der Betrieb ca.50,- EURO zahlen;und dann geht das hauen und stechen unter den Wettbewerbern los.
svizzero 24.07.2015
2. In der Schweiz gibt es das seit Jahren
Unter renovero werden Kunden und Anbieter von handwerklichen Dienstleistungen seit Jahren zusammengebracht. Meine Erfahrungen sind zwiespältig. Die Offerten liegen extrem weit auseinander. Und gewisse Angebote können einfach nicht stimmen. Mit etwas Internetrecherche erfährt man zudem, dass die eine oder andere Firma schon ein- oder mehrere Male Konkurs machte. Da frage ich lieber bei Bekannten nach und freue mich, wenn die Firma bei allfälligen Mängeln noch existiert.
DDR20 24.07.2015
3. Das ist eine gute Idee
In England sind die Preise für Handwerksleistungen drastisch gefallen, viel einheimische Handwerker sind pleite oder stehen vor der Insolenz. Der EU sei Dank. Zumindest die Bürger können sich freuen, jetzt wieder normale Preise zu bezahlen und nicht weiter hohe Hanwerksrechnungen zu bekommen. Die Pleitewelle des Handwerks in Deutschland wird weiter dafür sorgen, dass sich die EU endlich nach und nach abschafft.
brepus 24.07.2015
4. nur schwache Kunden...
... suchen sich schwache Firmen über diese Portale. Gute Firmen werden nicht über solche Internetportale Aufträge annehmen müssen. Vielmehr wird ein haun und stechen in naher Zukunft um die guten Firmen beginnen, die jedoch auf Grund von Facharbeitermangel immer mehr sich auf ihre besondere und zuverlässige Kundenclientel konzentrieren werden.... Der Einzelkämpfer, oder der max 3 Mann Betrieb ohne Vollzeitauslastung wird sich jedoch sicherlich das eine oder andere "Loch" so füllen können.
Schwabbelbacke 24.07.2015
5. Förderung des Lohndumpings
Die Konsequenz wird Lohnduming sein, der den "Fachkräftemangel" verschärfen wird (sofern es ihn gibt) Hier verdienen wie bei einer Zeitarbeit / Personaldienstleister dritte für's Nichtstun! Insolvenzen werden kommen,und eine Pleitewelle auslösen. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er dieses will...den wer billig "Einkauft" muss wissen, das nicht der "Chef" auf seine Gewinnmarge verzichtet, sondern wohl eher den Lohn bei den Beschäftigten kürzen wird.
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