Verträge unterschrieben, Kartellamt einverstanden Kaiser's-Tengelmann-Deal ist besiegelt

Edeka und Rewe haben die Verträge zur Aufteilung der Supermärkte von Kaiser's Tengelmann unterschrieben - und die Genehmigung des Bundeskartellamts erhalten. Damit ist das jahrelange Ringen beendet.

Kaiser's-Supermarkt in Berlin
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Kaiser's-Supermarkt in Berlin


Der Verkauf von Kaiser's Tengelmann ist besiegelt. Die Verträge zur Übernahme der verlustreichen Supermarktkette durch die Konkurrenten Rewe und Edeka seien unterzeichnet, sagten Sprecher beider Unternehmen. Auch das Bundeskartellamt billigte die Pläne.

Zudem habe Rewe seine Klage gegen die Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zurückgezogen, sagte ein Sprecher des Konzerns. Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte das. Damit gilt Gabriels Ministererlaubnis, die auf den Erhalt der über 15.000 Stellen bei Kaiser's Tengelmann abzielt. "Das ist eine sehr gute Nachricht, auf die die Verkäuferinnen, Fleischer, Lagerarbeiter und Logistiker über zwei Jahre warten mussten", sagte Gabriel.

Edeka und Rewe hatten sich bereits in der vergangenen Woche auf unterschriftsreife Verträge geeinigt. Doch mussten diese zunächst noch vom Wirtschaftsministerium geprüft werden.

Konkret werden die noch rund 400 Kaiser's-Tengelmann-Märkte nun in einem ersten Schritt von Edeka übernommen. In einem zweiten Schritt reicht Edeka mehr als 60 Filialen - vor allem in Berlin - an den Konkurrenten Rewe weiter. Insgesamt übernimmt Rewe dadurch auch 3100 Kaiser's-Tengelmann-Mitarbeiter.

Der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, bewertete diese Weitergabe als "relative Wettbewerbsverbesserung". Allerdings sei die durch die Ministererlaubnis zuvor ermöglichte Übernahme aller Kaiser's-Tengelmann-Standorte durch Edeka aus wettbewerblicher Perspektive "nicht erfreulich". Im April 2015 hatte das Bundeskartellamt den Zusammenschluss von Edeka und Kaiser's Tengelmann untersagt.

Dieses Veto hatte Gabriel durch die Ministererlaubnis ausgehebelt, die wiederum vom Oberlandesgericht Düsseldorf gestoppt wurde. Erst unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gelang es den Konzernen in den vergangenen Wochen, einen Kompromiss zu erzielen.

fdi/Reuters/dpa

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f00ky0 19.12.2016
1. an die Mitarbeiter
mir wurde in den wochenlangen wirrungen fast schlecht. die hiesigen mitarbeiter wissen NICHTS bzw. wissen noch heute nicht, wie es um sie bestellt ist. die kommunikation der "oberen" ist einfach abartig. aber dennoch eine insiderfrage: warum wünschen sich die angestellten lieber rewe als edeka als AG? die meisten sind natürlich genervt von dem gefrage, aber rewe wurde schnell und deutlich genannt.. hat da jemand infos?
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