Neuer Bieter Schweizer Migros buhlt um Kaiser's Tengelmann

Rewe meckert, Edeka wartet, nun schaltet sich Migros in den Bieterkampf um Kaiser's Tengelmann ein: Die Schweizer Supermarktkette möchte deren 130 Märkte in Bayern übernehmen - das Interesse bei den Umworbenen hält sich in Grenzen.

Kaiser's Supermarkt in Düsseldorf: Übernahme durch Edeka "ungesund für den Wettbewerb"
DPA

Kaiser's Supermarkt in Düsseldorf: Übernahme durch Edeka "ungesund für den Wettbewerb"


Neuer Mitspieler im Übernahmekampf um die Kaiser's Tengelmann-Supermärkte: Nun zeigt der Schweizer Handelskonzern Migros Interesse an den Tengelmann-Filialen in Bayern. "Wir möchten ins Bieterrennen einsteigen", sagte Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich, der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Damit würden die Schweizer ihre Position auf dem von Preiskämpfen bestimmten deutschen Lebensmittelmarkt ausbauen. Migros hatte 2012 bereits die rund 290 Lebensmittelmärkte der hessischen Supermarktkette Tegut übernommen.

Edeka und Tengelmann hielten sich zur Migros-Offerte bedeckt. Die beiden Handelskonzerne wollten zunächst die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu ihrer geplanten Fusion abwarten, sagten Unternehmenssprecher. Das Ja oder Nein Gabriels wird für Ende August erwartet.

Konkurrent Rewe will die Übernahme durch Edeka verhindern

Eigentlich hatte Tengelmann sich von Kaiser's trennen und bundesweit 451 Supermärkte an den Rivalen Edeka verkaufen wollen. Allerdings untersagte das Kartellamt die Großfusion, da es eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs befürchtete. Dies wäre vor allem in ohnehin stark konzentrierten regionalen Märkten wie Berlin, München, Oberbayern und Nordrhein-Westfalen der Fall gewesen. Klarheit soll darum nun die sogenannte Ministererlaubnis bringen.

Konkurrent Rewe will derweil die Kaiser's-Übernahme durch Edeka mit allen Mitteln verhindern. "Es wäre ungesund für den Wettbewerb, wenn Edeka Kaiser's übernehmen dürfte", sagte Rewe-Chef Alain Caparros. Vergangene Woche hatte Rewe mit einer groß angelegten Anzeigenkampagne für Aufsehen gesorgt: In mehreren überregionalen Zeitungen kritisierte der Konzern das Vorhaben des Konkurrenten Edeka und warb für die eigenen Übernahmepläne. Zudem wurde bekannt, dass Rewe im vergangenen Jahr ein konkretes Übernahmeangebot an Kaiser's Tengelmann abgegeben hatte - Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte dies immer abgestritten.

kpa/Reuters



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insgesamt 8 Beiträge
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Whow 13.07.2015
1. Migros ist schlecht informiert
Für die Entscheidung einer Übernahme ist das Bundeskartellamt mit seinen Fachleuten zuständig. Gabriel ist weder Fachmann (egal welches Gebiet, aber dabei sein ist alles). Ausserdem hat er als Wasserträger der CDU keine Zeit, um sich um solche Lappalien zu kümmern. Zur Zeit ist er auf dem Weg nach China um zu verhindern, dass dort noch ein Sack Reis, oder ein Fahrrad umfällt.
juanth 13.07.2015
2. Pro Migros
Welches Problem hat der Minister? Bei ungefaehrem gleichem Kaufpreis gibt es doch nur eine Option: Verkauf an MIGROS. Grund: besser fuer Arbeitnehmer, besser fuer Verbraucher da es mehr Konkurrenz bedeutet.
bartsuisse 13.07.2015
3. Migros ist der grösste private Arbeitgeber
der Schweiz und vorbildlich in Sachen Arbeitsverträgen. Es ist eine Genossenschaft und per Statuten verpflichtet 1% des Gewinns in Kultur zu investieren. Ihre Schulen sind flächendeckend vorhanden. Das interessante an Migros ist auch, dass vorallem Eigenprodukte verkauft werden , die in Tests regelmäsig unter den besten sind. Keine Ahnung ob dann diese Politik auch in den aquirierten deutschen Ketten angewandt wird oder nicht. Es wäre schön
rolfheine53 13.07.2015
4. zu Tengelmann
dass Tengelmann so tief ist wie Heute,ist Eigenverschuldung.Ich war 20 Jahre bei Tengelmann und habe den steten Abgang vorhergesehen. Neues Blut wie Migros täte dem Deutschen Markt gut und Edeka,Rewe und Co müssen den Markt nich unbedingt unter sich aufteilen,Konkurrenz spornt an
betonomist 14.07.2015
5. @whow: stimmt nicht
als letzte Chance für die ersehnte Fusion ist die sogenannte ministererlaubnis beantragt worden. Ob es uns gefällt oder nicht (mir nicht): Herr Gabriel hat das letzte Wort.
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