Hamburg - Amerikanische Waffenkäufer haben einen neuen Liebling: Laut "New York Times" ist es ausgerechnet eine zivile Version der aus Russland stammenden Kalaschnikow. Demnach hat sich der Import der Gewehre mit dem Markennamen "Saiga" um 50 Prozent zugenommen.
Zwar machen die russischen Produkte bislang nur einen kleinen Teil des vier Milliarden Dollar schweren Waffenmarkts in den USA aus, doch ihr Anteil wachse rasant, berichtet die Zeitung weiter. Die Verkäufe der "Saiga"-Gewehre, gewissermaßen zivile Versionen der als Kalaschnikow bekannten AK-47, habe weit stärker zugenommen als die Exporte des Gesamtmarkts. "Keine andere Waffe der Welt ist so zuverlässig wie diese", zitiert die Zeitung einen Käufer.
Der neue Verkaufstrend dürfte in der US-Regierung auf Kritik stoßen. Nach dem Attentat von Denver hatte Präsident Barack Obama gesagt, dass ein AK-47-Gewehr (die Kalaschnikow) nur in die Hand von Soldaten gehöre. Zwar wurde bei dem Attentat keine Kalaschnikow verwendet, es entbrannte aber eine Diskussion um das laxe Waffenrecht in den Vereinigten Staaten.
Die USA sind jüngst von einer ganzen Serie blutiger Anschläge heimgesucht worden. Dazu zählen das Blutbad in einem Sikh-Tempel in Wisconsin, das Attentat in einem Kinosaal in Denver und eine Schießerei in Texas mit drei Toten Anfang der Woche. Kritiker bemängeln, dass es in den USA zu leicht sei, an Schnellfeuerwaffen zu gelangen.
Für den Kalaschnikow-Hersteller Ischmasch ist der Exporterfolg in den USA ein Glücksfall: Die Firma aus dem russischen Ischewsk kämpft ums Überleben. Zwar gilt die legendäre Kalaschnikow als russischer Exportschlager. Weltweit wurde sie von mehr als 60 Armeen genutzt und soll die Lieblingsflinte von Terrortrupps und Rebellenbewegungen sein. Doch schon seit langem setzen Plagiate dem AK-Hersteller heftig zu.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Kalaschnikow als Maschinengewehr bezeichnet. Das ist nicht korrekt, es handelt sich um ein Sturmgewehr. Auch handelt es sich bei den betroffenen Modellen nicht um die Original-Kalaschnikow AK-47, sondern um zivile Varianten unter dem Markennamen "Saiga". Zudem haben sich die US-Importe nicht verdoppelt, sie sind um 50 Prozent gestiegen. Wir haben die Fehler korrigiert und bitten, sie zu entschuldigen.
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