Skurrile Folge der Russland-Sanktionen Kalaschnikow made in USA

Die Sanktionen gegen Russland haben ein amerikanisches Waffenunternehmen hart getroffen: Es darf keine Kalaschnikows mehr importieren. Nun produziert die US-Firma das russische Traditionsgewehr einfach selbst.

Kurdische Peschmerga-Kämpferinnen im Irak: "Die beste Waffe der Welt"
DPA

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Philadelphia - Ein amerikanischer Waffenproduzent will künftig Kalaschnikows herstellen. Bislang hat die Firma RWC mit Sitz an der US-Ostküste die Sturmgewehre AK-47 aus Russland importiert - das ist aufgrund der von Präsident Barack Obama wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland aber nun verboten.

Der amerikanische Waffenhersteller wolle im Sommer mit der Produktion beginnen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen Mitarbeiter. Die Waffe "made in USA" soll denselben Namen tragen wie das weltweit verbreitete russische Original: Kalaschnikow.

RWC darf seit dem Importverbot keine Geschäfte mehr mit dem russischen Rüstungsunternehmen Kalaschnikow betreiben. Die bereits importierten Waffen dürfen in den USA aber noch verkauft werden.

Bereits unmittelbar nach der Ankündigung aus Washington hatte bei vielen Waffenhändlern ein Ansturm auf das beliebte Gewehr begonnen. Laut "Washington Post" kauften einige Kunden gleich acht bis zehn Kalaschnikows zum Preis von 1000 Dollar pro Stück oder mehr. "Die russischen Originale gelten als die Besten der Besten", sagte seinerzeit RWC-Vizepräsident Jay Portz.

Das Geheimnis der tödlichen Zuverlässigkeit liegt in der Konstruktion. Verschluss und Gehäuse des Gewehrs bewegen sich wie auf Schienen zueinander, Staub und Dreck werden einfach herausgeschoben. Weder Kälte noch Hitze, Wüstensand, Wasser oder Schlamm können ihr etwas anhaben.

Michail Kalaschnikow, der Erfinder und Namensgeber der Waffe, ist im Dezember 2013 gestorben. Er hatte den "Awtomat Kalaschnikowa obrasza 47" gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erfunden, damals war er russischer Oberfeldwebel und wollte eine Waffe für die Massen entwerfen, einfach, robust, unverwüstlich.

Das ist ihm gelungen - das Gewehr wurde zur meistverkauften Waffe der Welt. Mehr als hundert Millionen Exemplare sollen weltweit verkauft worden sein. Wie viele Menschen durch sie ums Leben kamen, lässt sich kaum ermessen.

Kalaschnikow selbst hatte außer seiner Bekanntheit nicht viel von seiner Erfindung. Geld für Lizenzen bekam er nie. Und offenbar plagten ihn auch Schuldgefühle.

vet/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 73 Beiträge
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esocer 22.01.2015
1. Sturmgewehr 42
Ganz so genial war Herr Kalaschnikows Vorschlag nicht. Er hat sich das deutsche Strumgewehr 42 aus ebendiesem Jahr nur mal genau angesehen.
l-39guru 22.01.2015
2. Aha....
ein gutes Russenprodukt ? Wer hätte das denn gedacht? Haben die Amis dafür eine Lizenz gekauft oder fragen die Kraft ihrer Wassersuppe einfach nicht und begehen den "Chinese blue print way" ? Das bleibt beim DPA Artikel wieder offen. Was sagen unser G-36 Götter von H&K dazu?
die_bittere_wahrheit 22.01.2015
3.
Es gibt kein Ruestungsunternehmen 'Kalaschnikow'. Die Firma nennt sich Ischmasch...
smokiebrandy 22.01.2015
4. ...einfach nachbauen?
Ob man damit nicht gegen Linzenzrechte verstoßen würde? Und wozu benötigt ein Mensch 10 Kalaschnikows....?
greatduffman 22.01.2015
5.
Mal sehen ob sie es schaffen die gleiche Qualität zum gleichen Preis herzustellen. Das ist nämlich das Geheimniss.
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