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Kampf gegen Spekulanten: Was der Alleingang bei der Finanzsteuer bringt

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Angela Merkel und Nicolas Sarkozy preschen vor: Sie wollen eine Finanztransaktionssteuer ohne Europas größten Finanzplatz London einführen. Kritiker beschwören bereits den Exodus der Geldbranche aus Euro-Land. Doch ganz so schlimm muss es nicht kommen.

Frankfurter Bankenviertel: Teure Zeiten für die Finanzindustrie Zur Großansicht
DPA

Frankfurter Bankenviertel: Teure Zeiten für die Finanzindustrie

Hamburg - Die Idee ist uralt. Doch nun könnte sie umgesetzt werden: Eine Steuer auf Finanztransaktionen soll der kurzfristigen Spekulation an den Märkten Einhalt gebieten. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy will die Steuer unbedingt in Europa durchsetzen - zur Not auch ohne Großbritannien, das sich beharrlich gegen solche Versuche wehrt. Seit dieser Woche hat Sarkozy eine neue Verbündete: Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Alleingang wagen und die Steuer nur in den 17 Ländern der Euro-Zone einführen. Der wichtige Finanzplatz London bliebe dabei außen vor.

Dabei war es ausgerechnet ein Brite, der die Idee zu der Steuer hatte. 1936 schlug der Ökonom John Maynard Keynes vor, auf diese Weise Spekulationen einzudämmen. In den siebziger Jahren verhalf der Amerikaner James Tobin dem Thema zum Durchbruch in der linken und globalisierungskritischen Szene. Die "Tobin-Steuer" war auch eine der Gründungsforderungen des Netzwerks "Attac". Die Abkürzung steht im Französischen für "Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürger".

Mittlerweile hat die Idee äußerst prominente Fürsprecher, wie zum Beispiel den amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. "Ich bin überzeugt davon: Wenn Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien die Spekulationssteuer gemeinsam einführen, wird sie funktionieren", sagte Stiglitz schon im vergangenen Jahr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Wie könnte die Steuer aussehen? Welche Ziele werden damit verfolgt? Und was spricht dagegen? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen.

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insgesamt 114 Beiträge
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1. .
cekay 11.01.2012
Für was braucht der Staat denn noch mehr Geld, er hat doch Rekordsteuereinnahmen?
2.
dirk_pf 11.01.2012
Zitat von sysopAngela Merkel und Nicolas Sarkozy preschen vor: Sie wollen eine Finanztransaktionssteuer ohne Europas größten Finanzplatz London*einführen. Kritiker beschwören bereits den Exodus der Geldbranche aus Euro-Land. Doch ganz so schlimm muss es nicht kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,808360,00.html
Bei einer Besteuerung von 0,1 Prozent sind das wohl kaum 10 Euro für den Privatanleger!
3. Banken retten! Was denn sonst!
Xangod 11.01.2012
Zitat von cekayFür was braucht der Staat denn noch mehr Geld, er hat doch Rekordsteuereinnahmen?
Na, was wohl - die Banken rekapitalisieren, die sich verzockt haben!
4. Bitte richtig rechnen
achso123 11.01.2012
Zitat von sysopAngela Merkel und Nicolas Sarkozy preschen vor: Sie wollen eine Finanztransaktionssteuer ohne Europas größten Finanzplatz London*einführen. Kritiker beschwören bereits den Exodus der Geldbranche aus Euro-Land. Doch ganz so schlimm muss es nicht kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,808360,00.html
Zitat: "Wenn ein Anleger Aktien im Wert von 1000 Euro kauft, muss er also damit rechnen, die fälligen zehn Euro Steuern letztlich selbst zu tragen." 1000€ x 0.1% = 1€ ... ansonsten schwer zu sagen, ob die Steuer was bringt.
5. Was denn sonst?
dionysos74 11.01.2012
Zitat von dirk_pfBei einer Besteuerung von 0,1 Prozent sind das wohl kaum 10 Euro für den Privatanleger!
1000 Euro mal 0,1 macht 10 Euro!
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