Ärger um Flugzeuge Kanada eskaliert Handelsstreit mit USA

Der Handelskonflikt in Nordamerika spitzt sich zu. Weil die US-Regierung von Donald Trump Flugzeuge aus Kanada mit Strafzöllen belegt, will die kanadische Regierung nun keine US-Kampfjets von Boeing mehr kaufen.

Kanadas Verteidigungsminister Harjit Sajjan
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Kanadas Verteidigungsminister Harjit Sajjan


Kanada schlägt im Handelsstreit um grenzüberschreitende Flugzeuglieferungen mit den USA zurück: Das Land lässt seine Pläne fallen, dem US-Hersteller Boeing 18 Kampfjets vom Typ Super Hornet abzukaufen. Stattdessen werde Kanada 18 gebrauchte F-18-Kampfflugzeuge aus Australien kaufen und den eigentlichen Auftrag neu ausschreiben, wie Verteidigungsminister Harjit Sajjan ankündigte.

Die Entscheidung der kanadischen Regierung wird als Revancheakt für den Schritt der US-Regierung von Donald Trump gesehen, die Importe von Passagiermaschinen für die US-Fluggesellschaft Delta Airlines mit drastischen Strafzöllen belegt hatte. Die Bombardier-Flugzeuge seien über Gebühr staatlich subventioniert, befand das US-Handelsministerium.

Kanada kündigte an, einen Teil seiner Flotte von Kampfflugzeugen neu ausschreiben zu wollen. Auftragnehmer, die sich schädlich für Kanada verhielten, seien in dem Bieterprozess benachteiligt. Dies ist ein klarer Hinweis in Richtung Boeing und der US-Regierung. Der US-Hersteller bedauerte in einer Stellungnahme die Entwicklung.

Die USA und Kanada verhandeln derzeit über die Neufassung ihres gemeinsamen Freihandelsabkommens mit Mexiko (Nafta). Die Chancen auf eine Einigung waren zuletzt dem Vernehmen nach wieder gesunken.

stk/dpa-AFX



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