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Familienpatriarch: Aldi-Gründer Karl Albrecht ist tot

Er hat den Einzelhandel in der Bundesrepublik revolutioniert, galt als reichster Deutscher. Jetzt ist Aldi-Gründer Karl Albrecht im Alter von 94 Jahren gestorben.

Karl Albrecht (Archivbild): Der Aldi-Gründer war einer der letzten deutschen Familienpatriarchen Zur Großansicht
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Karl Albrecht (Archivbild): Der Aldi-Gründer war einer der letzten deutschen Familienpatriarchen

Hamburg - Aldi-Patriarch Karl Albrecht ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Der Unternehmer sei am Montagvormittag im engsten Familienkreis beigesetzt worden, sagte ein Sprecher der Stadt Essen der Nachrichtenagentur dpa. Nach "FAZ"-Informationen war der Aldi-Mitbegründer am vergangenen Mittwoch gestorben, in den Räumen seiner Essener Villa. Er wurde in kleinstem Kreise beerdigt.

Vor vier Jahren war Karl Albrechts Bruder Theo gestorben. Die 1920 und 1922 geborenen Brüder hatten nach dem Zweiten Weltkrieg den Krämerladen ihrer Mutter übernommen und daraus die größte deutsche Discounterkette gemacht. Bereits 1950 hatten sie 13 Geschäfte. Weil die Albrechts an der Einrichtung sparten, konnten sie die Waren günstiger verkaufen. Die Brüder Albrecht selbst dominierten regelmäßig die Liste der reichsten Deutschen.

Die beiden hatten sich das Imperium 1960 in Aldi Nord - das Reich von Theo - und Aldi Süd, das Karl verantwortete - geteilt. Aldi Süd beschäftigt eigenen Angaben zufolge 35.000 Mitarbeiter und betreibt rund 1800 Filialen.

Der "Aldi-Äquator", der die beiden Unternehmensteile trennt, verläuft zwischen Essen und Mülheim, wo Aldi Süd seinen Sitz hat. Der Norden und die östlichen Bundesländer gehören zu Theo Albrechts Aldi Nord. Auch das Ausland teilten sich die Brüder: Aldi Nord ist in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Portugal vertreten. In den USA gehört der Discounter "Trader Joe's" zum Imperium. Aldi Süd hat Filialen beispielsweise in Österreich und der Schweiz.

Die Albrecht-Brüder waren extrem medienscheu. So wenig sie von den Bilanzen preisgaben, so wenig offenbarten sie auch von sich selbst. Sogar das exakte Geburtsdatum von Theo war bis zuletzt ein Geheimnis. Ein Grund für diese Diskretion dürfte seine Entführung 1971 gewesen sein. Zwei Männer waren durch das Buch "Die Reichen und die Superreichen in Deutschland" auf Albrecht aufmerksam geworden. Sie erpressten sieben Millionen Mark von der Familie.

fdi/yes/dpa/Reuters

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