Karl-Erivan Haub Familie gibt Hoffnung auf Überleben von Tengelmann-Chef auf

Karl-Erivan Haub kann nach Überzeugung seiner Familie nicht mehr lebend gefunden werden. Nach mehr als sieben Tagen im extremen Klima eines Gletschers gebe es keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr.

Helikopter auf der Suche nach Tengelmann-Chef Haub
Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Helikopter auf der Suche nach Tengelmann-Chef Haub


Nach einer Wetterbesserung suchen Bergretter seit diesem Morgen wieder nach Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub - seine Familie hat jedoch keine Hoffnung mehr, dass Haub noch lebt. Nach mehr als sieben Tagen "in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes" bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, teilte Tengelmann im Namen der Familie mit. Daher werde die Überlebendensuche nun auf eine Bergungssuche umgestellt.

"Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub als auch das gesamte Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie", sagte Tengelmann-Sprecherin Sieglinde Schuchardt.

Haub wird bereits seit Samstag im Gebiet ums Matterhorn vermisst. Am Donnerstag musste die Suche nach ihm wegen starker Windböen unterbrochen werden, am Freitag besserte sich das Wetter und der Einsatz bei Zermatt wurde fortgesetzt. Außer Suchtrupps war auch ein Hubschrauber im Einsatz.

Ein Sprecher der Walliser Kantonspolizei sagte, nach dem 58-Jährigen werde seit Freitagmorgen auf der Schweizer und auf der italienischen Seite des Berggebiets gesucht. Es gebe keine neuen Anhaltspunkte über den Ort, an dem sich Haub zuletzt befand, weshalb weiter ein großes Gebiet durchsucht werde. Rund 20 Rettungsspezialisten seien im Einsatz.

Karl-Erivan Haub
DPA

Karl-Erivan Haub

Bereits am Mittwoch hatte der leitende Rettungsarzt in Zermatt, Axel Mann, nur noch von einer minimalen Chance gesprochen. Man könne bei guter Ausrüstung einige Tage im Eis überleben. Allerdings war Haub nicht mit dickem Skianzug unterwegs, sondern in leichter Sportkleidung mit Windjacke, weil er für einen der schwierigsten Wettbewerbe im Skibergsteigen trainieren wollte, die Patrouille des Glaciers.

Haub war am vergangenen Samstag allein zu einer Skitour auf über 3800 Metern am Klein Matterhorn aufgebrochen. Er gilt als erfahrener Skifahrer und Bergsteiger. Seit Sonntag wird nach dem Unternehmensleiter gesucht. Haub gehört zu den reichsten deutschen Unternehmern. Zu dem von ihm geleiteten Familienimperium gehören unter anderem Deutschlands größter Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi. Von der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hatte sich das Familienimperium getrennt.

fdi/mmq/AFP/dpa

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