Vermisster Milliardär Tengelmann-Chef bleibt verschollen

Bei der Suche nach dem verschwundenen Unternehmer Karl-Erivan Haub schwinden die Hoffnungen. Die Bergretter rund um das Kleine Matterhorn in Zermatt gehen kein zu großes Risiko mehr ein.

Klein Matterhorn
REUTERS

Klein Matterhorn


Seit gut einer Woche ist der Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub in den Schweizer Alpen verschwunden. Die Hoffnungen, ihn lebend wiederzufinden, schwinden. Derzeit seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis. Man hoffe nun auf einen Zufallsfund: "Wenn zum Beispiel ein Bergführer etwas entdecken würde, würde sofort wieder ausgerückt werden", sagte der Polizeisprecher.

Haub war am 10. April allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn aufgebrochen und anschließend nicht wie verabredet ins Hotel in Zermatt zurückgekehrt. Seit Sonntag wurde nach ihm gesucht - teils unter schwierigen Wetterbedingungen.

Eine gezielte Suche könne man wohl erst nach der Schneeschmelze aufnehmen, hieß es. "Die Familie muss nun mit den Rettungskräften vor Ort schauen, wie diese Suche gestaltet wird", sagte der Polizeisprecher.

Haubs Familie hatte am Freitag mitgeteilt, sie habe die Hoffnung aufgegeben, den vermissten Milliardär noch lebend zu finden. Nach mehr als einer Woche "in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes" bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, heißt es in einer Tengelmann-Erklärung im Namen von Haubs Angehörigen.

Karl-Erivan Haub
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Karl-Erivan Haub

Christian Haub, der zusammen mit seinem vermissten Bruder das Unternehmen führt, schreibt in einem Brief an die Mitarbeiter: "Auch sechs Tage nach seinem Verschwinden gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, was meinem Bruder zugestoßen ist oder wo er zu finden sein könnte."

Die sogenannte Überlebendensuche wurde inzwischen auf eine Bergungssuche umgestellt. Dabei gehen die Helfer nicht mehr allzu hohe Risiken ein. "Wir waren in den vergangenen Tagen sicher oft am Limit unterwegs", sagte Rettungschef Anjan Truffer. "Jetzt ist der Zeitdruck weg. Wenn das Wetter schlecht ist, riskiert man nichts. Dann wartet man, bis die Lage sich gebessert hat."

Die Familie hatte betont, die Suche werde fortgesetzt, um den Manager unbedingt zu bergen. Das Unternehmen übernehme auch alle dafür anfallenden Kosten. Haub gilt als erfahrener Skifahrer und Bergsteiger. Zum Tengelmann-Imperium gehören die Baumarktkette Obi und Deutschlands größter Textil-Discounter Kik. Von der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hatte sich das Familienimperium getrennt.

kry/dpa

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