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02. November 2012, 06:58 Uhr

Konzern in der Krise

VW-Manager soll Opel führen

Auf Karl-Thomas Neumann wartet eine der schwersten Aufgaben in der deutschen Wirtschaft: Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" soll der VW-Manager Chef des angeschlagenen Autobauers Opel werden. "Er hat das Format, das wir brauchen", sagt ein Aufsichtsratsmitglied.

Hamburg - Opel geht es schlecht, das haben gerade erst wieder die Quartalszahlen des Mutterkonzerns General Motors (GM) gezeigt. "Vor uns liegt noch viel Arbeit, besonders in Europa", sagte GM-Finanzchef Dan Ammann. Nun zeichnet sich ab, wer diese Arbeit wohl künftig verantwortet: Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD") soll Karl-Thomas Neumann im kommenden Jahr neuer Opel-Chef werden.

Der Zeitpunkt des Wechsels ist dem Bericht "zufolge noch nicht bekannt, außerdem müsse die Personalie erst noch vom Aufsichtsrat des Autobauers abgesegnet werden. Dort rennt der gelernte Elektroingenieur aber offene Türen ein. "Neumann an der Spitze wäre gut für Opel. Er hat das Format, das wir brauchen", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der "FTD".

Neumann war bis vor wenigen Monaten Chef von Volkswagen in China, dann wurde er von Konzernchef Martin Winterkorn ausgetauscht - angeblich aus Ärger über Probleme mit dem Direktschaltgetriebe DSG. Zuvor hatte Neumann mehrere Jahre beim Autozulieferer Continental gearbeitet, wo er 2008 zum Vorstandschef aufstieg. Ein Jahr später schied er nach einem erbitterten Machtkampf mit Conti-Großaktionär Schaeffler aus.

Aus Branchenkreisen hieß es laut "FTD", Neumann könne voraussichtlich erst im Sommer 2013 Opel-Chef werden. In der Branche sind Sperrfristen für Top-Manager üblich, die zu einem Konkurrenten wechseln.

Der Job bei Opel gilt derzeit als einer der schwierigsten der Branche. Die Absatzkrise in Europa macht dem Unternehmen ähnlich wie Ford , Fiat oder Peugeot schwer zu schaffen. Im laufenden Jahr werden 2600 Stellen abgebaut.

Bereits im Sommer hatte GM den erfolglosen Vorstand von Opel umgekrempelt. Mitte Juli war Opel-Strategievorstand Thomas Sedran zum Interimschef gemacht worden. Er soll die Geschäfte führen, bis ein neuer Opel-Chef gefunden ist. Sein Vorgänger Karl-Friedrich Stracke war nur 15 Monate im Amt. Neben Stracke musste unter anderem auch Finanzvorstand Mark James gehen. Auch sein Nachfolger Michael Lohscheller kam von VW.

dab/dpa

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