Konzern in der Krise: VW-Manager soll Opel führen

Auf Karl-Thomas Neumann wartet eine der schwersten Aufgaben in der deutschen Wirtschaft: Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" soll der VW-Manager Chef des angeschlagenen Autobauers Opel werden. "Er hat das Format, das wir brauchen", sagt ein Aufsichtsratsmitglied.

Angeschlagener Autobauer: Ein neuer Chef für Opel Fotos
dapd

Hamburg - Opel geht es schlecht, das haben gerade erst wieder die Quartalszahlen des Mutterkonzerns General Motors (GM) gezeigt. "Vor uns liegt noch viel Arbeit, besonders in Europa", sagte GM-Finanzchef Dan Ammann. Nun zeichnet sich ab, wer diese Arbeit wohl künftig verantwortet: Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD") soll Karl-Thomas Neumann im kommenden Jahr neuer Opel-Chef werden.

Der Zeitpunkt des Wechsels ist dem Bericht "zufolge noch nicht bekannt, außerdem müsse die Personalie erst noch vom Aufsichtsrat des Autobauers abgesegnet werden. Dort rennt der gelernte Elektroingenieur aber offene Türen ein. "Neumann an der Spitze wäre gut für Opel. Er hat das Format, das wir brauchen", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der "FTD".

Neumann war bis vor wenigen Monaten Chef von Volkswagen Chart zeigen in China, dann wurde er von Konzernchef Martin Winterkorn ausgetauscht - angeblich aus Ärger über Probleme mit dem Direktschaltgetriebe DSG. Zuvor hatte Neumann mehrere Jahre beim Autozulieferer Continental Chart zeigen gearbeitet, wo er 2008 zum Vorstandschef aufstieg. Ein Jahr später schied er nach einem erbitterten Machtkampf mit Conti-Großaktionär Schaeffler aus.

Aus Branchenkreisen hieß es laut "FTD", Neumann könne voraussichtlich erst im Sommer 2013 Opel-Chef werden. In der Branche sind Sperrfristen für Top-Manager üblich, die zu einem Konkurrenten wechseln.

Der Job bei Opel gilt derzeit als einer der schwierigsten der Branche. Die Absatzkrise in Europa macht dem Unternehmen ähnlich wie Ford Chart zeigen, Fiat Chart zeigen oder Peugeot Chart zeigen schwer zu schaffen. Im laufenden Jahr werden 2600 Stellen abgebaut.

Bereits im Sommer hatte GM den erfolglosen Vorstand von Opel umgekrempelt. Mitte Juli war Opel-Strategievorstand Thomas Sedran zum Interimschef gemacht worden. Er soll die Geschäfte führen, bis ein neuer Opel-Chef gefunden ist. Sein Vorgänger Karl-Friedrich Stracke war nur 15 Monate im Amt. Neben Stracke musste unter anderem auch Finanzvorstand Mark James gehen. Auch sein Nachfolger Michael Lohscheller kam von VW.

dab/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 50 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
wakaba 02.11.2012
Neumanns Biographie ist die eines Getriebenen. Keine gestellte Aufgabe fertiggemacht, er schien eher verbrannte Erde zu hinterlassen. Die letzen 4 Jobs gingen nicht aufwärts sondern nur seitwärts, er schien nur mit Selbstdarstellung beschäftigt, negative Ergebnisse für die Unternehmen in Kauf zu nehmen. Das kam nie gut an. Was will GM von Ihm? Wohl die Abbruchkugel schwingen. Neumann ist der Totengräber von Opel. Meine Sympathie gilt den Angestellten. Würde GM die Sanierung von Opel wollen - dann hätten Sie einen fähigen Unternehmer bestellt - aber sicher nicht eine narzistische Konzerndrohne.
2. Kein Geld
Maria-Galeria 02.11.2012
da nutzt auch das beste Format nichts, oder gehts darum cool die Arbeitplätzte abzubauen?
3. Karl-Thomas Neumann
mann30 02.11.2012
Der wird Opel wohl den garaus machen, wenn er schon von Continental weg musste und VW ihn entlassen hat, ist er wohl nicht so gut.
4. das wird auch nicht helfen...
ks1301 02.11.2012
... denn Opel wird mittelfristig untergehen. Mit immer neuen Personalien an der Spitze ist Opel nicht zu retten. Die Fehler liegen in der Vergangenheit und sind nicht gut zu machen. Eine restriktive Vertriebspolitik von GM, kaum Innovationen von Opel selbst, biederes Image all das sind die Totengräber eines einst glänzenden Konzerns. Die Fehler der Vergangenheit sind durch hektisches Agieren nicht mehr zu beheben.
5. Der OPEL-Manager war nie das Problem ....
Backe888 02.11.2012
.... schon Foster hat ansich nen guten Job gemacht. Die Typen in der GM Zentrale hingegen sind entweder unfaehig, oder lassen Opel mit Vorsatz auflaufen. Und Neumann kann da genausowenig tun wie seine Vorgaenger. Solang GM eine Expansion Opels in andere Maerkte verbietet, und solang sie sich ohne zu zahlen aus dem Opel Technologieregal bedienen, und dann noch Geld ohne Gegenleistung in die USA abziehen, solange ist es voellig egal wer bei Opel am Steuer sitzt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Opel
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 50 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Opel im Überblick: Von der Nähmaschine bis zum Insignia

Fotostrecke
General Motors: Die zehn schönsten Modelle
Aktuelles zu