Angeschlagener Kaufhauskonzern Karstadt-Chef Jennings wirft hin

Die angeschlagene Warenhauskette Karstadt muss sich einen neuen Chef suchen: Vorstandschef Andrew Jennings tritt Ende des Jahres ab - angeblich wegen eines Streits mit dem Eigentümer Nicolas Berggruen.

Jennings, Vorstandsvorsitzender von Karstadt, lässt seinen Vertrag auslaufen
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Jennings, Vorstandsvorsitzender von Karstadt, lässt seinen Vertrag auslaufen


Essen - Die kriselnde Warenhauskette Karstadt muss sich einen neuen Chef suchen. Der Vorstandsvorsitzende Andrew Jennings wird seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Das Unternehmen bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag".

"Wir wollen die langfristige Beziehung mit Andrew Jennings über 2013 hinweg fortsetzen, wenn sein Vertrag offiziell endet", sagte Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen laut einer Mitteilung des Warenhauskonzerns. Jennings werde daran mitwirken, seinen Nachfolger zu finden. Er werde im Unternehmen involviert bleiben.

Berggruen: keine Differenzen

Einen Konflikt zwischen Jennings und Berggruen gebe es nicht, hieß es in der schriftlichen Erklärung. Die Zeitung hatte am Samstag berichtet, der Grund für die Trennung seien Differenzen zwischen den beiden über die Strategie zur Rettung der angeschlagenen Warenhauskette. Dies sei "nicht korrekt", erklärte nun Berggruen.

Jennings und er stünden zur Strategie "Karstadt 2015". "Berggruen und das Management befinden sich über die Fortsetzung der Karstadt-Strategie in Harmonie miteinander und stimmen bei der langfristigen Nachfolgeplanung für den CEO überein." Diese Nachfolgeplanung sei der normale Geschäftsverlauf.

Eklat im Aufsichtsrat?

Allerdings berichtet auch "Handelsblatt Online" von einem Eklat im von Berggruen dominierten Aufsichtsrat. Jennings soll dort den Eigentümer an dessen Zusage erinnert haben, Geld für die Kaufhauskette bereitzustellen. Als die Berggruen-Vertreter davon nichts wissen wollten, habe Jennings das Handtuch geworfen.

Jennings ist seit 1. Januar 2011 Vorstandsvorsitzender von Karstadt. Berggruen hatte den internationalen Handelsexperten und Sanierer nach Essen geholt.

Möglicherweise steht nun eine Zerschlagung der Karstadt-Kette bevor, schreibt "Handelsblatt Online": Die gutlaufenden Häuser wie das Kaufhaus des Westens in Berlin oder das Alsterhaus in Hamburg dürften Käufer finden. Die Zukunft der anderen Häuser wäre dann aber ungewiss.

"Nicht gewusst, wie krank Karstadt war"

Berggruen hatte zuletzt eingestanden, die Probleme bei der Übernahme der Kaufhauskette unterschätzt zu haben. "Ich habe nicht gewusst, wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich war", sagte der Milliardär vergangene Woche der "Bild"-Zeitung.

Zuletzt war der Streit zwischen dem Karstadt-Management und den rund 20.000 Arbeitnehmern eskaliert. Mitte Mai erklärte der Warenhauskonzern seinen Ausstieg aus der Tarifbindung, um sich künftige Lohnerhöhungen zu sparen. Berggruen, der Karstadt 2010 aus der Insolvenz übernommen hatte, hatte sich am Dienstag in der Konzernzentrale in Essen persönlich vom Management über die Lage informieren lassen.

heb/dpa/Reuters



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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
noalk 09.06.2013
1. todkrank
"Ich habe nicht gewusst, wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich war" --- Ich nehme an, Berggruen hat vor dem Erwerb von Karstadt noch niemals dort eingekauft. Alles, was Karstadt anbietet, kann man woanders günstiger bekommen, meistens ohne dafür weitere Wege in Kauf zu nehmen. Das Modell Luxuskaufhaus ist nicht mehr zeitgemäß.
walter_e._kurtz 09.06.2013
2. Oh, Messias, Halleluja!
Zitat von sysopDPADie angeschlagene Warenhauskette Karstadt muss sich einen neuen Chef suchen: Vorstandschef Andrew Jennings tritt Ende des Jahres ab - angeblich wegen eines Streits mit dem Eigentümer Nicolas Berggruen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/karstadt-chef-jennings-wirft-hin-a-904599.html
Man darf der Darstellung der Handelsblatt Online wohl mehr Glauben schenken, als der offiziellen, schriftlichen Stellungnahme des aalglatten Mr. Berggruen (sorry, liebe Aale!). Entzauberter Held: Enttäuschung über Karstadt-Retter | quer | Bayerisches Fernsehen | Fernsehen | BR.de (http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/130606-quer-berggruen-100.html)
carolian 09.06.2013
3.
Das ist Quatsch. Jennings hat Woolworths Südafrika in die Pleite geführt und das war dessen ganzes Renommee. Woolworth, sie erinnern sich? Die erste Ramschkette der Welt und in Südafrika richteten die sich an die ärmere Bevölkerungsschicht, also hatte die ein Sortiment des untersten Segmentes. Und der sollte das Warenhauskonzept von Tietz (Alles unter einem Dach in anspruchsvoller Qualität zu erträglichen Preisen) verbessern? Sein ganzes Renommee besteht wohl darin, dass er Rommee mit dem Berggruen gespielt hat.
sebbo23 09.06.2013
4. Jawoll
Die Millionen-Abfindung bitte!
capote 09.06.2013
5. Preise / Grössen
Zitat von noalk"Ich habe nicht gewusst, wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich war" --- Ich nehme an, Berggruen hat vor dem Erwerb von Karstadt noch niemals dort eingekauft. Alles, was Karstadt anbietet, kann man woanders günstiger bekommen, meistens ohne dafür weitere Wege in Kauf zu nehmen. Das Modell Luxuskaufhaus ist nicht mehr zeitgemäß.
Wenn es denn mal nur das Haus der "gepflegten" Preise wäre. Lange war das ja ein Konzept, die Deutschen kaufen gerne teuer, nur inzwischen ist den Deutschen das Geld für solchen Snobappeal ausgegangen. Aber es gibt noch ein ganz anderes Problem, Herrenunterwäsche Grösse 3 gibt es nicht, Grösse 4 hat Seltensheitswert und die engste Jeans, die Karstadt anbietet ist 34" Inch weit, das sind 10 cm mehr als ich gebrauchen kann. Ich sehe nicht, dass sich irgend etwas geändert hat bei Karstadt, also wird auch das Geschäftsergebnis wieder das Selbe sein, nämlich tiefrot, alles Andere wäre unlogisch. Ich kann den Karstadtbeschäftigten nur dringlichst von einem Lohnverzicht unter diesen Umständen abraten, das wird die nächste Pleite nicht abwenden, sondern nur verzögern und dann gibt es entsprechend weniger von der Arbeitslosenversicherung.... Beispiel: Schlecker, keiner bezahlte niederere Löhne, bei keinem war die Ware teurer und am Ende stand die Pleite.
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