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Warenhauskonzern: Karstadt bangt um mehr als 20 Filialen

Aufsichtsratschef Fanderl bereitet die Karstadt-Belegschaft auf schmerzhafte Einschnitte vor: Das Management sorgt sich um das Geschäft von vielen Warenhäusern.

Karstadt-Filiale: Zukunft für den "gesunden Kern" Zur Großansicht
REUTERS

Karstadt-Filiale: Zukunft für den "gesunden Kern"

Berlin/Essen - Die rund 17.000 Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt müssen sich auf eine harte Sanierung einstellen. Es werde schmerzhafte Einschnitte geben müssen, um dem gesunden Kern des Unternehmens eine Zukunft zu geben, sagte Aufsichtsratschef Stephan Fanderl der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Es gebe zwar noch keine konkreten Schließungsbeschlüsse. "Aber das Unternehmen macht sich seit einiger Zeit berechtigte Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern", sagte Fanderl. Mit allen Vertragspartnern des Unternehmens sollen außerdem Gespräche über finanzielle Zugeständnisse geführt werden.

Karstadt betreibt derzeit über 83 Warenhäuser. Die 28 Sportfilialen sowie die drei Premiumhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München wurden im vergangenen Jahr an eine Investorengruppe um den österreichischen Immobilien-Entwickler René Benko und den Geschäftsmann Beny Steinmetz verkauft.

Weihnachtsgeschäft ist gesichert

Einschnitte drohen laut Fanderl auch in der Hauptverwaltung in Essen und in der Logistik. Er habe mit dem Warenkreditversicherer des Unternehmens eine Verlängerung des Vertrags um ein Jahr erreichen können. Damit sei das besonders wichtige Weihnachtsgeschäft auf jeden Fall gesichert. Karstadt habe genug Liquidität und sei handlungsfähig.

Der Konzern steckt in einer schweren Krise. Konzernchefin Eva-Lotta Sjöstedt, die als große Hoffnungsträgerin galt, zog sich zuletzt überraschend bereits nach weniger als fünf Monaten zurück. Sie sehe keine Basis mehr für den von ihr angestrebten Sanierungsprozess, hatte die Schwedin Anfang vergangener Woche erklärt. Arbeitnehmervertreter zeigten sich schockiert. Die Gewerkschaft Ver.di forderte die Eigentümer auf, ihre Pläne auf den Tisch zu legen und zu investieren.

Karstadt schreibt seit Jahren rote Zahlen und hatte 2009 Insolvenzantrag gestellt. Investor Nicolas Berggruen übernahm das Unternehmen 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro. Seither versucht der defizitäre Kaufhof-Konkurrent, wieder auf Kurs zu kommen.

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Wen juckts?!
galba6743 14.07.2014
In Frankfurt Main gibts Karstadt und Kaufhof nur 100m auseinander. Ich weis nie welcher welcher ist, und wozu es überhaupt zwei "verschiedenen" völlig gleiche Kaufhäuser geben muss!
2. Wer kann
quadraginti 14.07.2014
Zitat von sysopREUTERSAufsichtsratschef Fanderl bereitet die Karstadt-Belegschaft auf schmerzhafte Einschnitte vor: Das Management sorgt sich um das Geschäft von vielen Warenhäusern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/karstadt-mehr-als-20-filialen-von-schliessung-bedroht-a-981036.html
Wer's kann, der wird spätestens jetzt sich 'nen anderen Job suchen (wenn er es nicht ohnehin schon getan hat).
3. immer neue Warenhäuser
dani7830 14.07.2014
ständig entstehen neue Warenhäuser. Das irgendwann Warenhäuser zu machen müssen ist doch klar. Soviel kann man gar nicht einkaufen.
4.
tylerdurdenvolland 15.07.2014
"Karstadt bangt um über 20 Filialen" Wirklich? Ich seh das als eine rechte Beleidigung für die noch dort arbeitenden Menschen, die bangen nämlich tatsächlich....
5. 3400 Arbeitsplätze in Gefahr
t dog 15.07.2014
Die Top Story. In Afrika sterben gerade 3 Millionen Menschen an Wasser und Nahrungsmangel. Niemand ruft zum Spenden auf. Das nenne ich mal richtig gestört.
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