Führungschaos Karstadt-Mitarbeiter fürchten Ausverkauf

Wie geht es weiter bei Karstadt? Nach dem abrupten Abgang von Chefin Sjöstedt verlangt der Betriebsrat Klarheit über die Strategie. Es drohen ein radikaler Sparkurs oder gar die Pleite.

Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Zwischen Sparkurs und Pleite
DPA

Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Zwischen Sparkurs und Pleite


Berlin - Mit einem Paukenschlag hat sich Karstadt-Geschäftsführerin Eva-Lotta Sjöstedt am 7. Juli von dem Warenhaus-Konzern verabschiedet. Seitdem warten die 17.000 Mitarbeiter auf eine Ansage über den künftigen Kurs des Unternehmens. Viele Beschäftigte fürchten um ihren Arbeitsplatz. "Es ist traurig, dass bei Karstadt das Gespenst von Job-Angst und Unsicherheit nach der traurigen Pleite vor vier Jahren erneut auftaucht", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Helmut Patzelt, der "Bild am Sonntag" ("BamS"). Die Konzernführung müsse sagen, "auf welche Maßnahmen sich die Mitarbeiter einstellen müssen".

Am Freitag hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen bereits mit der österreichischen Finanzgruppe Signa des Unternehmers René Benko über einen Verkauf der Warenhaus-Kette verhandelt. Benko besitzt bereits die Mehrheit an Karstadt-Sport und mehrere Top-Filialen.

Auch der SPIEGEL beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit der Zukunft von Karstadt. Nach SPIEGEL-Informationen sind die Geschäfte des Konzerns bis Jahresende abgesichert. Das Unternehmen arbeitet aber nach wie vor nicht profitabel und ist von der Pleite bedroht. Darum rechnen Branchenkenner mit einem rigorosen Sparkurs.

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Verkaufsgerüchte: Karstadt bangt schon wieder

Ex-Geschäftsführerin Sjöstedt sollte den defizitären Konzern mit seinen 83 Warenhäusern auf Kurs bringen und setzte dabei auf die Rückendeckung des als Karstadt-Retter gefeierten Berggruen. Dieser habe ihr ursprünglich volle Unterstützung für ihre Strategie und Investitionspläne zugesagt, teilte die Schwedin mit. Sie habe aber feststellen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Sanierung nicht mehr gegeben seien, erklärte Sjöstedt und verließ den Konzern bereits knapp fünf Monate nach ihrem Amtsantritt.

Karstadt schreibt seit Jahren rote Zahlen und stand 2009 vor der Insolvenz. Allein im Geschäftsjahr 2011/12 machte die Kette gut 158 Millionen Euro Verlust. Auch 2012/13 blieb deutlich unter den Erwartungen.

Berggruen zieht laut Bericht Millionen aus Konzern ab

Berggruen hatte Karstadt 2010 nach der Pleite des Arcandor-Konzerns übernommen und so vor dem Ende gerettet. Da Berggruen aber seitdem seine Sanierungsversprechen für Karstadt nicht wahr machte, steht der Investor im Fokus der Kritiker. Der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Konzerns, Arno Peukes, erhob schwere Vorwürfe gegen Berggruen. "Es ist eine Riesen-Sauerei, dass Berggruen jedes Jahr Millionen steuerfrei auf die Seite schafft, während die Mitarbeiter um ihre Jobs zittern müssen", sagte Peukes der "BamS". Laut dem Bericht fließen Millionenzahlungen, die Berggruen für die Namensrechte von Karstadt erhält, an eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln, die als Steueroase bekannt sind. Berggruen wollte sich den Angaben zufolge nicht dazu äußern.

mmq/AFP



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insgesamt 27 Beiträge
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chirin 13.07.2014
1. Führungschaos:Karstadt-Mitarbeiter fürchten Ausverkauf
Zitat von sysopDPAWie geht es weiter bei Karstadt? Nach dem abrupten Abgang von Chefin Sjöstedt verlangt der Betriebsrat Klarheit über die Strategie. Es droht ein radikaler Sparkurs oder gar die Pleite. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/karstadt-mitarbeiter-kritisieren-berggruen-und-bangen-um-jobs-a-980778.html
BEi Karstadt gibt es doch jetzt schon keine Auswahl - neulich war ich mal wieder bei Karstadt , aber ganz schlimem Zustände an der Kasse- keine Kassierer, ewiges warten, wenn ein Artikel nicht ordentlich ausgezeichnet ist, wartet die ganze Schlange - nö, da gehe ich lieber wieder in meine Einzelgeschäfte - mit fachlicher Beratung.
pefete 13.07.2014
2. also
herr berggruen hat aus einem kranken ein komapatienten gemacht, jetzt kommt herr benko und saugt das letzte blut heraus. das hätte einfacher, schneller und ehrlicher haben können vor 5 jahren.
rainer_daeschler 13.07.2014
3. Ausverkauf war schon
"Karstadt-Mitarbeiter fürchten Ausverkauf" Was gibt es da noch zu fürchten? Das ist doch schon längst geschehen. Es geht nur noch um die Restabwicklung von Unternehmensbeständen. Die Filetstücke des Unternehmens und Immobilien sind längst herausgelöst und nicht mal mehr der Namen gehört dem Unternehmen.
spon-1280943165745 13.07.2014
4. Besser ein Ende mit Schrecken
Auch wenn es schwerfällt, für die Mitarbeiter ist m.E. besser wenn Karstadt kurzfristig Insolvenz anmeldet. Wenn nicht besteht die Gefahr das Karstadt immer weiter ausgeplündert wird und zum Schluß nichts mehr da ist für einen Sozialplan. Das Drama läuft einfach schon zu lange und eine positive Wende ist nicht zu erkennen.
thobedo 13.07.2014
5. Interessant wäre es...
....mal zu erfahren, wie viele Millionen Berggruen seit dem Kauf bereits aus dem Laden in seine Taschen (steuerfrei) herausgepresst hat. Für einen Euro GEkauft und für einen Euro wieder VERkauft, nicht einen Euro selbst investiert und sich mit vollen Taschen wieder dünne machen. Ich könnte gar nicht soviel fressen, wie ich k..... könnte!!
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