Hamburg - Die Namen flößen selbst Hartgesottenen in der Finanzbranche Respekt ein: Apollo, Permira, Pamplona. Sie gelten als Investoren, die nicht viel Federlesen machen, sondern hart durchgreifen, um ihre Neuanschaffungen auf Rendite zu trimmen. Zartfühlende sind da fehl am Platz, Mitarbeiter des Sanierungskandidaten Kostenfaktoren.
Umso alarmierender dürften für die Beschäftigten von Karstadt die Nachrichten sein, die die "Financial Times Deutschland" am Montag unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreise vermeldete. Danach soll der Interessentenkreis für die Übernahme des Warenhauskonzerns just auf diese drei Investment-Gesellschaften geschrumpft sein. Einigen Hinweisen zufolge sei daneben lediglich noch Neckermann-Eigner Sun im Rennen. Anders als dieser verfügte aber keiner der genannten Investoren über nennenswertes Know-how im Handelsgeschäft, berichtet die "FTD" weiter.
Allerdings steht jeder Käufer unabhängig von seiner Expertise vor der Aufgabe, über die im ausgehandelten Sanierungsplan vorgesehenen Maßnahmen weitere gravierende Schnitte vorzunehmen. Denn mit den bisher geplanten Sparmaßnahmen allein lässt sich noch kein neuer Konzern bauen.
Immerhin sieht Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wenigstens ein Licht am Ende des Tunnels. Die Gläubigergruppen hätten ihre Sanierungsbeiträge erbracht, die den Insolvenzplan erst ermöglichten, sagte sein Sprecher Thomas Schulz. Im laufenden Geschäftsjahr liege der Konzern außerdem über Plan: "Der Ertrag liegt im zweistelligen Millionenbereich", erklärte Schulz.
Im vergangenen Sommer hatten Experten der Unternehmensberatung Roland Berger festgestellt, dass mindestens die Hälfte der Häuser nicht interessant sei.
Die Beschäftigten haben für trotzdem alle Fälle vorgesorgt. Sie handelten aus, dass das Geld, auf das sie freiwillig verzichtet haben, vorläufig auf ein Treuhandkonto gebucht wird. Sollte Karstadt nicht wieder auf die Beine kommen, gibt's das Geld zurück.
mik
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