Wirtschaft


Karstadt-Übernahme: Berggruen erreicht wichtigen Teilerfolg

Es gibt wieder Hoffnung für die 25.000 Beschäftigten von Karstadt: Die Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet stimmten einem neuen Vertrag mit Investor Berggruen zu. Die Zustimmung der zweiten Gruppe von Kapitalgebern steht aber noch aus.

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Karstadt-Schaufenster: Gläubiger für neuen Mietvertrag mit Berggruen

Düsseldorf - Alles sieht nach einer Rettung in letzter Minute aus: Am Donnerstag einigten sich in London die Anleihegläubiger des Warenhaus-Vermieterkonsortiums Highstreet darauf, dem Mietvertrag mit Investor Nicolas Berggruen zuzustimmen. Wie ein Sprecher von Berggruen sagte, haben die sogenannten Senior-Kapitalgeber dem Konzept zu "100 Prozent zugestimmt".

In einem zweiten Schritt müssen nun noch die Mezzanine-Kapitalgeber zustimmen, das heißt jene, die unmittelbar an Highstreet beteiligt sind, aber weder Sicherheiten noch Stimmrechte haben. Wenn sie dem Vertrag ebenfalls zustimmen, ist der Weg frei für die Übernahme durch Berggruen. Die Gespräche stünden aber kurz vor dem Durchbruch, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Meldungen, wonach eine endgültige Einigung bereits erreicht sei, dementierten Sprecher von Highstreet und dem Insolvenzverwalter jedoch.

Es ist ein Teilerfolg im langen Ringen um Karstadts Zukunft. Angefangen hatte das Verfahren mit Insolvenzanträgen der Karstadt-Mutter Arcandor und ihrer beiden Tochterunternehmen Karstadt und Quelle vor mehr als einem Jahr. Während das Aus für den Versandhändler Quelle und die Muttergesellschaft schnell feststand, bemühte sich Insolvenzverwalter Görg intensiv um einen Käufer für die Warenhauskette.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September vergangenen Jahres hatten die Gläubiger bereits im November dem Verkauf von Karstadt an einen Investor zugestimmt. Doch die zunächst auf Ende April terminierte Suche nach einem Interessenten gestaltete sich schwierig, so dass ein zunächst auf den 31. Mai angesetzter Gerichtstermin auf den 10. Juni verschoben wurde.

Doch auch nach der Unterschrift des in einem Bieterrennen gekürten Investors Nicolas Berggruen unter den Kaufvertrag am 9. Juni wurde schnell klar, dass bis zu einer abschließenden Einigung noch ein langer Weg ist. Der Gerichtstermin musste mehrmals verschoben werden.

Doch die von Berggruen geforderten Mietsenkungen erwiesen sich als keineswegs einfach durchzusetzen. Der Immobilienfonds Highstreet, dem selbst als Bieter in dem Karstadt-Verfahren der Zuschlag versagt worden war, erwies sich als zäher Verhandlungspartner. Zudem mussten Dutzende von Gläubigern, die Highstreet für den Kauf der Karstadt-Immobilien viel Geld geliehen haben, einer Einigung zustimmen.

Zwischenzeitlich hatte sich zudem der Mailänder Kaufhausunternehmer Maurizio Borletti als Kontrahent zu Berggruen ins Spiel gebracht. Insolvenzverwalter Görg hatte die Offerte jedoch abgelehnt, da Borletti sein Ansinnen zu spät vorgetragen habe.

kim/Reuters/ddp

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  • Donnerstag, 02.09.2010 – 14:03 Uhr
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Zur Person
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Nicolas Berggruen, Sohn des berühmten Kunstsammlers Heinz Berggruen, wurde am 10. August 1961 in Paris geboren. Er wuchs in England, Frankreich und der Schweiz auf und verdiente nach einem Finanzwirtschaftsstudium schon früh an der Wall Street sein eigenes Vermögen. Seit einigen Jahren konzentriert sich der Investor, der keinen festen Wohnsitz hat und in Hotels wohnt, auf nachhaltige Investments. So gehören zu seinem Firmen- und Immobilienimperium auch Reisfarmen in Kambodscha und eine Ethanolfabrik. Mehr auf der Themenseite...
Karstadts Kampf ums Überleben
Die Insolvenzanträge für die Holding Arcandor und die Töchter Karstadt und Quelle werden gestellt.





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