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Internethandel: Kartellamt ermittelt gegen Sportartikelhersteller

Hersteller von Sportartikeln wie Asics, Adidas oder Nike wehren sich gegen Verkauf ihrer Produkte bei Amazon oder Ebay und verfügen immer häufiger Verkaufsstopps für entsprechende Händler. Der "Financial Times Deutschland" zufolge hat das Bundeskartellamt deshalb jetzt Ermittlungen aufgenommen.

Adidas-Taschen bei Ebay: Hersteller gehen gegen Online-Händler vor Zur Großansicht
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Adidas-Taschen bei Ebay: Hersteller gehen gegen Online-Händler vor

Hamburg - Für große Markenhersteller von Sportartikeln sind Händler, die ihre Waren über Online-Plattformen wie Amazon oder Ebay verkaufen ein Ärgernis: Sie drücken die Preise und beschädigen das Premium-Image. Immer mehr Hersteller wehren sich jetzt und beliefern diese Verkäufer nicht mehr mit ihren Produkten - jetzt müssen sie diese Praxis der "Financial Times Deutschland" ("FTD") zufolge dem Bundeskartellamt erklären.

Wie das Kartellamt der "FTD" bestätigte, hat die Behörde ein Verfahren gegen Asics aufgenommen, einen japanischen Hersteller von Laufschuhen. Auch gegen den deutschen Branchenriesen Adidas Chart zeigen könnte bald ermittelt werden. "Uns liegen verschiedene Beschwerden vor - auch bezüglich der geplanten Änderungen bei Adidas", sagte ein Sprecher des Amtes der "FTD".

"Sie wollen alles kontrollieren"

Adidas hatte jüngst bestätigt, künftig keine Händler mehr zu beliefern, die ihre Ware in offenen Plattformen wie Amazon und Ebay weiterverkaufen. Asics verfährt offenbar ebenso.

Nach Informationen der Zeitung plant auch Nike Chart zeigen neue Lieferregeln für Händler, die über derlei Seiten im Internet weiterverkaufen. Amazon Chart zeigen sei kein von Nike autorisierter Händler, sagte ein Sprecher des Sportartikelherstellers der "FTD", wollte sich zu Details aber nicht äußern.

Das Kartellamt vermutet, dass es durch die neue Praxis zu Einschränkungen im Wettbewerb kommt. Nach "FTD"-Informationen hatte ein Händler die Behörde angerufen, weil Asics die Lieferungen an ihn gestoppt hatte - er soll sich nicht an Preisvorgaben für Laufschuhe gehalten haben. Adidas hatte seinen Rückzug aus offenen Plattformen damit begründet, dass die Produkte nicht angemessen präsentiert werden. In der Branche wird dies als vorgeschobenes Argument bezeichnet. "Sie wollen alles kontrollieren und ihren eigenen Online-Shop ausbauen. Das ist ein Denken wie beim Fifa-Chef Sepp Blatter", sagte ein Händler der "FTD".

nck/dpa/dapd

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1. Ich
zickezackehoihoihoi 27.06.2012
Zitat von sysopDPAHersteller von Sportartikeln wie Asics, Adidas oder Nike wehren sich gegen Verkauf ihrer Produkte bei Amazon oder Ebay und verfügen immer häufiger Verkaufsstopps für entsprechende Händler. Der "Financial Times Deutschland" zufolge hat das Bundeskartellamt deshalb jetzt Ermittlungen aufgenommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,841149,00.html
sehe das Problem nicht. Ich werde doch wohl noch selbst entscheiden dürfen, wo ich meine Produkte verkaufe? Und dass es hier zu direkten Absprachen gekommen ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ist ja auch nicht nötig.
2. optional
uezegei 27.06.2012
Es geht darum, die Preise künstlich hochzuhalten, damit der anvisierte Kunde weiterhin glauben soll, dass die Markenschuhe es "wert" sind, dafür eklatant überhöhte Preise zu zahlen, obwohl die Dinger ebenso in Vietnam oder China zusammengeflickt werden, wie "Günstigschuhe" auch. Nun, soll jeder sein Geld für Dinge zum Fenster rausschleudern, wie er es für richtig hält.
3. Auch andere Mütte hamm schöne Töchter ...
gauloisesbert 27.06.2012
Es gibt so viele Sportfirmen - da fällt die Auswahl leicht! Laufschuhe von Brooks oder Reebook Laufkleidung von Trigema, Erima oder ALDI ;-) Asics, Adidas und Puma! Ihr könnt nach Hause fahren!
4. Wie war das nochmal mit dieser Marktwirtschaft?
yshitake 27.06.2012
Wer Waren produziert darf verkaufen an wen er will und zu allen Bedingungen die er durchsetzen kann. Wenn die Hersteller wollen, können sie auch die Regalfarbe, Abstand zu Konkurrenzmarken und weiß der Geier in noch so alles einfällt. Solange die Kunden mitspielen...was geht das das Kartellamt an? Das Kartellamt hat wichtigeres zu tun, zb.: Es muss doch sicher irgendwo zwei Würstchenbuden geben deren Fusion man dringend verhindern muss, oder ein paar Spritpreise zum notieren.
5. Sie haben das Problem nicht verstanden:
herr_kowalski 27.06.2012
Zitat von zickezackehoihoihoisehe das Problem nicht. Ich werde doch wohl noch selbst entscheiden dürfen, wo ich meine Produkte verkaufe? Und dass es hier zu direkten Absprachen gekommen ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ist ja auch nicht nötig.
Es geht nicht um Absprachen. Die stehen hier nicht zur Debatte. Es geht um eine Einschränkung des freien Warenverkehrs innerhalb der EU und Deutschlands. Ein Hersteller kann niemandem vorschreiben 1. Wo er seine Produkte den Kunden anbietet und 2. gibt es schon länger keine Preisbindung mehr. Das haben bereits einmal BMW und Mercedes teuer bezahlen dürfen. Es ist nur eine Frage der Zeit wann die EU-Wettbewerbskommissarin Nelie Kroes ermittelt. Dann kostet es richtig Geld. Und das ist gut so.
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