Wirtschaft


Illegale Preisabsprachen: Kartellamt ermittelt gegen Top-Stahlhersteller

Die drei führenden Hersteller der europäischen Stahlindustrie, ArcelorMittal, Voest-Alpine und ThyssenKrupp, sind in Verdacht geraten, wettbewerbswidrig ihre Preise abgesprochen zu haben. Opfer der unsauberen Geschäftspraktiken soll die deutsche Autoindustrie geworden sein. Das Kartellamt ermittelt.

Stahl-Coils bei ThyssenKrupp: Kartellvorwürfe gegen die europäischen StahlherstellerZur Großansicht
DPA

Stahl-Coils bei ThyssenKrupp: Kartellvorwürfe gegen die europäischen Stahlhersteller

Essen/Bonn - Weil sie möglicherweise illegale bei Stahllieferungen an die deutsche Automobilindustrie ihre Preise abgesprochen haben, sind neben dem deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp auch die Hersteller Voest-Alpine und ArcelorMittal ins Visier der Kartellwächter geraten. Alle drei Unternehmen bestätigten entsprechende Durchsuchungen des Bundeskartellamts in ihren Büros - und dass sie gewillt seien mitzuhelfen, um die Vorwürfe aufzuklären.

Neben Büros von ThyssenKrupp in Duisburg waren auch Geschäftsräume in deutschen Niederlassungen der beiden Unternehmen mit Sitz in Österreich und Luxemburg durchsucht worden. Die Ermittlungen gegen die drei Stahlunternehmen wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen könnten sich noch über Jahre hinziehen. Ein Ende des Verfahrens sei derzeit nicht absehbar, sagte ein Kartellamtssprecher am Freitag in Bonn.

Die Bonner Behörde hatte die Durchsuchungen bei den drei Unternehmen der Stahlbranche bereits am Donnerstag vorgenommen. Insgesamt wurden vier Standorte in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie Privatwohnungen überprüft. An der Börse sorgte die Nachricht für Verunsicherung, so dass der Kurs der ThyssenKrupp Chart zeigen-Aktie am Freitag bis zum Mittag um fast drei Prozent zurückging.

Bereits in der Vergangenheit war ThyssenKrupp in zahlreiche Kartelle verstrickt - nach unerlaubten Absprachen bei Rolltreppen hatte zuletzt ein Schienenkartell Schlagzeilen gemacht. Gegen den Konzern gibt es zudem die Vorwürfe, dass Mitarbeiter mit zweifelhaften Zahlungen Geschäfte im Ausland angestoßen haben sollen.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger kündigte ein hartes Vorgehen an. "Bei ThyssenKrupp gilt das Prinzip 'Null Toleranz'. Sollten die veranlassten Untersuchungen ergeben, dass sich die Vorwürfe erhärten, werden wir hart durchgreifen." Er erwarte von allen Führungskräften, dass sie in ihrem Verantwortungsbereich ordnungsgemäße Geschäftsprozesse sicherstellten, hinsähen und handelten.

nck/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
friedenspfeife 01.03.2013
Toleranz werden dann wieder mal ein paar Unterabteilungsleiter geopfert. Weil man jaa davon ausgehen muss, das der Chef selbstverstaendlich von nichts wusste. Schoene Welt.
Zitat von sysopDie drei führenden Hersteller der europäischen Stahlindustrie, ArcelorMittal, Voest-Alpine und ThyssenKrupp, sind in Verdacht geraten, wettbewerbswidrig ihre Preise abgesprochen zu haben. Opfer der unsauberen Geschäftspraktiken soll die deutsche Autoindustrie geworden sein. Das Kartellamt ermittelt. Kartellamt ermittelt wegen Preisabsprachen gegen Stahlhersteller - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kartellamt-ermittelt-wegen-preisabsprachen-gegen-stahlhersteller-a-886415.html)
Toleranz werden dann wieder mal ein paar Unterabteilungsleiter geopfert. Weil man jaa davon ausgehen muss, das der Chef selbstverstaendlich von nichts wusste. Schoene Welt.
wahlossi_80 01.03.2013
Ach, mal was ganz neues. Bloß gut, dass solche Machenschaften hin und wieder aufgedeckt werden. Die Dunkelziffer ist sicherlich beträchtlich. Wie beim Doping im Sport sind auch in der "freien" Wirtschaft die [...]
Zitat von sysopDie drei führenden Hersteller der europäischen Stahlindustrie, ArcelorMittal, Voest-Alpine und ThyssenKrupp, sind in Verdacht geraten, wettbewerbswidrig ihre Preise abgesprochen zu haben. Opfer der unsauberen Geschäftspraktiken soll die deutsche Autoindustrie geworden sein. Das Kartellamt ermittelt. Kartellamt ermittelt wegen Preisabsprachen gegen Stahlhersteller - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kartellamt-ermittelt-wegen-preisabsprachen-gegen-stahlhersteller-a-886415.html)
Ach, mal was ganz neues. Bloß gut, dass solche Machenschaften hin und wieder aufgedeckt werden. Die Dunkelziffer ist sicherlich beträchtlich. Wie beim Doping im Sport sind auch in der "freien" Wirtschaft die Ehrlichen die Dummen. Bloß gut, dass es ein Kartellamt gibt, sonst würden dem Staat in den Konzernen gefährlichere Rivalen erwachsen, als es jetzt schon der Fall ist. Gerne verweise ich auf Maurice Dobbs, dessen Enthüllungen auch uns noch eine Warnung sein sollten: Die Macht der Konzerne – Gefahr für die Demokratie? | Civitas Libertatis (http://civitaslibertatis.wordpress.com/2010/08/18/die-macht-der-konzerne-gefahr-fur-die-demokratie/)
trevi 01.03.2013
Es wird sich wohl nie ändern. Absprachen, Bestechung, Korruption usw. aller Orten/Firmen. Aber solange für derartige, unsaubere Machenschaften keine echten Strafen -möglichst Europaweit/nicht nur in D- ausgesprochen werden, [...]
Es wird sich wohl nie ändern. Absprachen, Bestechung, Korruption usw. aller Orten/Firmen. Aber solange für derartige, unsaubere Machenschaften keine echten Strafen -möglichst Europaweit/nicht nur in D- ausgesprochen werden, wird sich wohl kaum etwas ändern!
denen immer geglaubt, daß die hohen Preise auf die große Nachfrage in China zurückzuführen ist. Da werden wohl die ganzen Zuschläge, wie Schrott-, Legierungs-, Energiekosten- und Transportkostenzuschlag, wohl auch eher einer [...]
denen immer geglaubt, daß die hohen Preise auf die große Nachfrage in China zurückzuführen ist. Da werden wohl die ganzen Zuschläge, wie Schrott-, Legierungs-, Energiekosten- und Transportkostenzuschlag, wohl auch eher einer kreativen Preisfindungsabteilung entsprungen zu sein............. Mir scheint, diese Manipulationen sind in den entsprechenden Abteilungen zu einem regelrechten Wettkampf mutiert.
prof.blaubär 01.03.2013
Welt ist und bleibt die Korruption. Da können noch so viele Compliance-Vorschriften erdacht werden, allein der Faktor Mensch hindert uns, sauber zu bleiben. Es zieht sich durch alle Lebensbereiche.
Welt ist und bleibt die Korruption. Da können noch so viele Compliance-Vorschriften erdacht werden, allein der Faktor Mensch hindert uns, sauber zu bleiben. Es zieht sich durch alle Lebensbereiche.
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  • Freitag, 01.03.2013 – 16:05 Uhr
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